Ver­si­che­rungs­mak­ler – und ihre Auf­klä­rungs- und Bera­tungs­pflich­ten

Die Pflich­ten des Ver­si­che­rungs­mak­lers zur Auf­klä­rung und Bera­tung umfas­sen vor allem die Fra­gen, wel­che Risi­ken der Ver­si­che­rungs­neh­mer absi­chern soll­te, wie die effek­tivs­te Deckung erreicht wer­den kann, bei wel­chem Risi­ko­trä­ger die Absi­che­rung vor­ge­nom­men wer­den kann und zu wel­cher Prä­mi­en­hö­he wel­che Risi­ko­ab­de­ckung erhält­lich ist. Ein Ver­si­che­rungs­mak­ler erfüllt die­se Pflich­ten nicht allein dadurch, dass er ohne Prü­fung und Erör­te­rung im kon­kre­ten Fall den Ver­si­che­rungs­neh­mer auf Lücken einer bestehen­den Ver­si­che­rung sowie die dadurch her­vor­ge­ru­fe­nen wirt­schaft­li­chen Risi­ken hin­weist und einen Ver­si­che­rungs­schutz gegen alle Risi­ken emp­fiehlt.

Ver­si­che­rungs­mak­ler – und ihre Auf­klä­rungs- und Bera­tungs­pflich­ten

Hat der Ver­si­che­rungs­mak­ler sei­ne Prü­fungs- und Bera­tungs­pflich­ten umfas­send erfüllt und ent­schei­det sich der Ver­si­che­rungs­neh­mer gegen die ihm vor­ge­schla­ge­ne, sach- und inter­es­sen­ge­rech­te Vor­ge­hens­wei­se, kann der Ver­si­che­rungs­mak­ler für einen unzu­rei­chen­den Ver­si­che­rungs­schutz des Ver­si­che­rungs­neh­mers nicht ver­ant­wort­lich gemacht wer­den. Der Ver­si­che­rungs­mak­ler ist in die­sem Fall nicht ver­pflich­tet, sei­ne Emp­feh­lung zu wie­der­ho­len und den Ver­si­che­rungs­neh­mer gegen des­sen erklär­ten Wil­len erneut zu bera­ten.

Ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer noch nicht oder nicht aus­rei­chend bera­ten wor­den, darf der Ver­si­che­rungs­mak­ler kei­ne sach­wid­ri­gen Wei­sun­gen akzep­tie­ren und hat dafür zu sor­gen, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer eine für eine sach- und inter­es­sen­ge­rech­te Ent­schei­dung geeig­ne­te Ent­schei­dungs­grund­la­ge erhält. Der Ver­si­che­rungs­mak­ler darf von der Bera­tung eines nicht aus­rei­chend infor­mier­ten Ver­si­che­rungs­neh­mers nur abse­hen, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer ihm unmiss­ver­ständ­lich erklärt, dass er auf eine wei­ter­ge­hen­de Bera­tung ver­zich­tet.

Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer auf einen umfas­sen­de­ren Ver­si­che­rungs­schutz und eine wei­ter­ge­hen­de Bera­tung durch den Ver­si­che­rungs­mak­ler ver­zich­tet, ist die­ser nicht gehal­ten, bei unver­än­der­ter Sach­la­ge auf die damit ver­bun­de­nen Risi­ken erneut hin­zu­wei­sen.

Anspruchs­grund­la­ge für die Haf­tung des Ver­si­che­rungs­mak­lers[↑]

Anspruchs­grund­la­ge für die Haf­tung des Ver­si­che­rungs­mak­lers auf Scha­dens­er­satz ist in Alt­fäl­len- § 280 Abs. 1 BGB.

Zwar gel­ten seit dem 22.05.2007 für die Haf­tung der Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler (Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter und Ver­si­che­rungs­mak­ler) wegen der Ver­let­zung von Pflich­ten in der Pha­se bis zum Abschluss des Ver­si­che­rungs­ver­trags vor­ran­gig die spe­zi­el­len Rege­lun­gen des Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­set­zes. Das waren zunächst die Vor­schrif­ten der §§ 42a ff., 42e VVG aF und seit dem 1.01.2008 – inhalt­lich unver­än­dert – die Bestim­mun­gen der §§ 59 ff., 63 VVG [1].

Wur­de der Ver­si­che­rungs­mak­ler­ver­trag jedoch noch vor Inkraft­tre­ten der §§ 42a ff., 42e VVG aF am 22.05.2007 abge­schlos­sen, sind für gel­tend gemach­ten Ver­trags­pflicht­ver­let­zun­gen die all­ge­mei­nen schuld­recht­li­chen Rege­lun­gen des Bür­ger­li­chen Gesetz­buchs maß­geb­lich.

Pflich­ten des Ver­si­che­rungs­mak­lers[↑]

Die Pflich­ten des Ver­si­che­rungs­mak­lers gehen weit. Er wird regel­mä­ßig vom Ver­si­che­rungs­neh­mer beauf­tragt und als sein Inter­es­sen- oder sogar Abschluss­ver­tre­ter ange­se­hen. Er hat als Ver­trau­ter und Bera­ter des Ver­si­che­rungs­neh­mers indi­vi­du­el­len, für das betref­fen­de Objekt pas­sen­den Ver­si­che­rungs­schutz oft kurz­fris­tig zu besor­gen. Des­halb ist er anders als sonst der Han­dels- oder Zivilmak­ler dem ihm durch einen Geschäfts­be­sor­gungs­ver­trag ver­bun­de­nen Ver­si­che­rungs­neh­mer gegen­über übli­cher­wei­se sogar zur Tätig­keit, meist zum Abschluss des gewünsch­ten Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ver­pflich­tet. Dem ent­spricht, dass der Ver­si­che­rungs­mak­ler von sich aus das Risi­ko unter­sucht, das Objekt prüft und den Ver­si­che­rungs­neh­mer als sei­nen Auf­trag­ge­ber stän­dig, unver­züg­lich und unge­fragt über die für ihn wich­ti­gen Zwi­schen- und End­ergeb­nis­se sei­ner Bemü­hun­gen, das auf­ge­ge­be­ne Risi­ko zu pla­zie­ren, unter­rich­ten muss. Wegen die­ser umfas­sen­den Pflich­ten kann der Ver­si­che­rungs­mak­ler für den Bereich der Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­se des von ihm betreu­ten Ver­si­che­rungs­neh­mers als des­sen treu­hän­der­ähn­li­cher Sach­wal­ter bezeich­net und inso­weit mit sons­ti­gen Bera­tern ver­gli­chen wer­den. Das gilt trotz der in vie­len Län­dern gleich­för­mig bestehen­den Übung des Ver­si­che­rungs­ver­trags­rechts, wonach die Pro­vi­si­on der Ver­si­che­rungs­mak­ler vom Ver­si­che­rer getra­gen wird [2].

Den Ver­si­che­rungs­mak­ler tref­fen bei sei­ner Tätig­keit für sei­nen Auf­trag­ge­ber gene­rel­le Pflich­ten, vor allem die Inter­es­sen­wahr­neh­mungs­pflicht sowie die Auf­klä­rungs- und Bera­tungs­pflicht [3]. Der Umfang der Bera­tungs­pflicht ist abhän­gig vom Bera­tungs­be­darf des Ver­si­che­rungs­neh­mers [4]. Auf­klä­rung und Bera­tung umfas­sen vor allem die Fra­gen, wel­che Risi­ken der Ver­si­che­rungs­neh­mer absi­chern soll­te, wie die effek­tivs­te Deckung erreicht wer­den kann, bei wel­chem Risi­ko­trä­ger die Absi­che­rung vor­ge­nom­men wer­den kann und zu wel­cher Prä­mi­en­hö­he wel­che Risi­ko­ab­de­ckung erhält­lich ist [5].

Ein Ver­si­che­rungs­mak­ler erfüllt sei­ne Auf­klä­rungs- und Bera­tungs­pflich­ten jedoch nicht allein dadurch, dass er ohne Prü­fung und Erör­te­rung im kon­kre­ten Fall den Ver­si­che­rungs­neh­mer auf Lücken einer bestehen­den Ver­si­che­rung sowie die dadurch her­vor­ge­ru­fe­nen wirt­schaft­li­chen Risi­ken hin­weist und einen Ver­si­che­rungs­schutz gegen alle Risi­ken emp­fiehlt. Viel­mehr besteht eine pflicht­ge­mä­ße Bera­tung in einem am kon­kre­ten Bedarf des Ver­si­che­rungs­neh­mers ori­en­tier­ten Hin­weis auf eine sach- und inter­es­sen­ge­rech­te Ver­si­che­rung und in einer Infor­ma­ti­on über die dafür auf­zu­wen­den­den Kos­ten.

In der Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che- rung ist zudem eine Viel­zahl von Risi­ken ent­we­der ein­zeln oder ins­ge­samt ver­si­cher­bar. Bei einer sol­chen Sach­la­ge lässt eine Emp­feh­lung, alle Unter­neh­men der Unter­neh­mens­grup­pe gegen alle Risi­ken zu ver­si­chern, eine am kon­kre­ten Bedarf ori­en­tier­te Prü­fung und Bera­tung nicht erken­nen.

Die Ver­si­che­rungs­mak­le­rin hat im hier ent­schie­de­nen Fall nicht vor­ge­tra­gen, dass sie eine am Bedarf der Fir­men­grup­pe ori­en­tier­te Risi­ko­ana­ly­se erstellt hät- te und hier­auf die Emp­feh­lung beruh­te, in der Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung für alle betrof­fe­nen Unter­neh­men alle Risi­ken zu ver­si­chern. Es ist wei­ter nicht fest­ge­stellt, dass die Ver­si­che­rungs­mak­le­rin der Kun­din gera­ten hat, zumin­dest bestimm­te Ein­zel­ri­si­ken oder sämt­li­che Risi­ken in der Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung für ein­zel­ne Gesell­schaf­ten abzu­de­cken, nach­dem der Geschäfts­füh­rer der Kun­din eine umfas­sen­de Abde­ckung aller Risi­ken für die Unter­neh­mens­grup­pe abge­lehnt hat­te. Auf der Grund­la­ge der vom Beru­fungs­ge­richt getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen ist nicht aus­ge­schlos­sen, dass die Ver­si­che­rungs­mak­le­rin trotz der Ableh­nung einer umfas­sen­den Risi­ko­ab­si­che­rung zu einer ent­spre­chen­den Bera­tung ver­pflich­tet war und die­ser Ver­pflich­tung nicht nach­ge­kom­men ist.

Hat die Ver­si­che­rungs­mak­le­rin ihrer sekun­dä­ren Dar­le­gungs­last zu einer pflicht­ge­mä­ßen Bera­tung der Kun­din nicht genügt, führt dies grund­sätz­lich zu einer Scha­dens­er­satz­pflicht der Ver­si­che­rungs­mak­le­rin.

Bera­tungs­pflich­ten – und der Wunsch des Kun­den[↑]

Der Ver­si­che­rungs­mak­ler kann sich vom Vor­wurf der Ver­let­zung einer Auf­klä­rungs- und Bera­tungs­pflicht ent­las­ten, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer auf eine wei­ter­ge­hen­de Bera­tung ver­zich­tet und aus­drück­lich die Beschaf­fung eines unzu­rei­chen­den Ver­si­che­rungs­schut­zes gewünscht hat.

Die Fra­ge, ob es den Ver­si­che­rungs­mak­ler ent­las­ten kann, wenn er vom Ver­si­che­rungs­neh­mer sach­wid­ri­ge und unver­nünf­ti­ge Wei­sun­gen erhält, hängt von den Umstän­den des Ein­zel­falls ab.

Hat der Ver­si­che­rungs­mak­ler sei­ne Prü­fungs- und Bera­tungs­pflich­ten umfas­send erfüllt und ent­schei­det sich der Ver­si­che­rungs­neh­mer gegen die ihm vor­ge­schla­ge­ne, sach- und inter­es­sen­ge­rech­te Vor­ge­hens­wei­se, kann der Ver­si­che­rungs­mak­ler für einen unzu­rei­chen­den Ver­si­che­rungs­schutz des Ver­si­che­rungs­neh­mers nicht ver­ant­wort­lich gemacht wer­den. Der Ver­si­che­rungs­mak­ler ist in die­sem Fall nicht ver­pflich­tet, sei­ne Emp­feh­lung zu wie­der­ho­len und den Ver­si­che­rungs­neh­mer gegen des­sen erklär­ten Wil­len erneut zu bera­ten.

Ist dage­gen der Ver­si­che­rungs­neh­mer noch nicht oder nicht aus­rei­chend bera­ten wor­den, darf der Ver­si­che­rungs­mak­ler kei­ne sach­wid­ri­gen Wei­sun­gen akzep­tie­ren und hat zunächst dafür zu sor­gen, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer eine für eine sach- und inter­es­sen­ge­rech­te Ent­schei­dung geeig­ne­te Ent­schei­dungs­grund­la­ge erhält [6].

Soll­te die Kun­din, wie im vor­lie­gen­den Fall von der Ver­si­che­rungs­mak­le­rin behaup­tet, aus Kos­ten­grün­den kei­ne umfas­sen­de Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung für alle Unter­neh­men der Fir­men­grup­pe gewünscht haben, wird zu prü­fen sein, ob die Ver­si­che­rungs­mak­le­rin gehal­ten war, ihrer Kun­din eine wei­te­re Abde­ckung bestimm­ter Ein­zel­ri­si­ken oder eine wei­ter­ge­hen­de Ver­si­che­rung ein­zel­ner Unter­neh­men der Grup­pe im Bereich der Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung vor­zu­schla­gen. Spä­tes­tens nach einer inter­es­sen­wid­ri­gen Wei­sung der Kun­din war die Ver­si­che­rungs­mak­le­rin gehal­ten, sich mit den Risi­ken bei den ein­zel­nen Unter­neh­men der Fir­men­grup­pe zu beschäf­ti­gen und zu prü­fen, ob die wei­ter­ge­hen­de Ver­si­che­rung ein­zel­ner Risi­ken oder die umfas­sen­de Ver­si­che­rung ein­zel­ner Unter­neh­men der Fir­men­grup­pe unter Berück­sich­ti­gung des Kos­ten-Nut­zen-Ver­hält­nis­ses sinn­voll war. Dabei hat­te sie zu ermit­teln, bei wel­chem Unter­neh­men der Grup­pe im Fal­le einer Betriebs­un­ter­bre­chung der größ­te Scha­den droh­te. Dabei wird der Behaup­tung der Kun­din nach­zu­ge­hen sein, das spä­ter von dem nicht ver­si­cher­ten- Scha­den betrof­fe­ne Unter­neh­men habe in der Fir­men­grup­pe eine Son­der­rol­le ein- genom­men. Nach dem Vor­trag der Kun­din wäre bei einer Betriebs­un­ter­bre­chung in ande­ren Pro­duk­ti­ons­stät­ten eine kurz­fris­ti­ge Pro­duk­ti­ons­ver­la­ge­rung von einer Betriebs­stät­te auf die ande­re mög­lich gewe­sen. Anders sei die Situa­ti­on bei der Kun­din. Sie sei das ein­zi­ge Unter­neh­men inner­halb der Unter­neh­mens­grup­pe, das auf die Her­stel­lung von Aero­so­len aus­ge­rich­tet gewe­sen sei, eine kurz­fris­ti­ge Ver­la­ge­rung auf ande­re Pro­duk­ti­ons­stät­ten sei nicht mög­lich gewe­sen, wes­halb mit einer Betriebs­un­ter­bre­chung in die­sem Unter­neh­men ein beson­ders hohes Scha­dens­ri­si­ko ver­bun­den gewe­sen sei.

Etwas ande­res gilt nur dann, wenn der Geschäfts­füh­rer der Kun­din zum Aus­druck gebracht hät­te, dass er aus Kos­ten­grün­den nicht nur eine alle Risi­ken abde­cken­de Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung aller Unter­neh­men der Fir­men­grup­pe ableh­ne, son­dern auch eine Ver­si­che­rungs­ein­de­ckung zwi- schen der umfas­sen­den Ver­si­che­rung und der auf die Risi­ken von Feu­er, Sturm und Hagel beschränk­ten Betriebs­un­ter­bre­chungs­ver­si­che­rung.

Der Ver­si­che­rungs­mak­ler darf von der Bera­tung eines nicht aus­rei­chend infor­mier­ten Ver­si­che­rungs­neh­mers nur dann abse­hen, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer ihm unmiss­ver­ständ­lich erklärt, dass er auf eine wei­ter­ge­hen­de Bera­tung kei­nen Wert legt und hier­auf ver­zich­tet.

Bera­tung und Betreu­ung im lau­fen­den Ver­si­che­rungs­ver­trags­ver­hält­nis[↑]

Das Haupt­ge­schäft des Ver­si­che­rungs­mak­lers besteht in der Ver­mitt­lung und dem Abschluss von Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen. Mit deren Abschluss ist es zwar noch nicht been­det, da es auch die ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Betreu­ung der Ver­trä­ge umfasst und daher als Dau­er­schuld­ver­hält­nis fort­be­steht [7]. So ist der Mak­ler zur Ertei­lung von Hin­wei­sen für die risi­ko­ge­rech­te Anpas­sung des ver­mit­tel­ten Ver­si­che­rungs­ver­trags ver­pflich­tet [8]. Im Rah­men der lau­fen­den Betreu­ung des Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses hat der Ver­si­che­rungs­mak­ler daher das ver­si­cher­te Risi­ko zu über­wa­chen, bei Risi­ko­ver­än­de­run­gen den Ver­si­che­rungs­neh­mer hier­auf unge­fragt hin­zu­wei­sen und auf eine Anpas­sung hin­zu­wir­ken. Ins­ge­samt ist der Ver­si­che­rungs­mak­ler zur fort­lau­fen­den und stän­di­gen Betreu­ung des Ver­si­che­rungs­neh­mers ver­pflich­tet. Er muss umge­hend und unauf­ge­for­dert prü­fen, ob der bestehen­de Ver­trag den Bedürf­nis­sen des Kun­den noch ent­spricht. Etwai­gen Ver­än­de­run­gen des ver­si­cher­ten Risi­kos muss er durch ent­spre­chen­de Bera­tung Rech­nung tra­gen [9].

Hat­te die Kun­din auf einen umfas­sen­de­ren Ver­si­che­rungs­schutz und eine wei­ter­ge­hen­de Bera­tung durch die Ver­si­che­rungs­mak­le­rin ver­zich­tet, ist die­se nicht gehal­ten, spä­ter bei unver­än­der­ter Sach­la­ge auf die damit ver­bun­de­nen Risi­ken erneut hin­zu­wei­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. März 2016 – I ZR 147/​14

  1. BGH, Urteil vom 13.11.2014 – III ZR 544/​13, BGHZ 203, 174 Rn. 9[]
  2. BGH, Urteil vom 22.05.1985 – IVa ZR 190/​83, BGHZ 94, 356, 359 f.; Urteil vom 16.07.2009 – III ZR 21/​09, NJW-RR 2009, 1688 Rn. 8 = VersR 2009, 1495; Urteil vom 26.03.2014 – IV ZR 422/​12, NJW 2014, 2038 Rn. 25 = VersR 2014, 625[]
  3. BGHZ 94, 356, 359[]
  4. BGH, Urteil vom 05.05.1971 – IV ZR 40/​70, VersR 1971, 714[]
  5. Matu­sche-Beck­mann in Beck­man­n/­Ma­tu­sche-Beck­mann, Ver­si­che­rungs­rechts-Hand­buch, 3. Aufl., § 5 Rn. 277[]
  6. vgl. OLG Stutt­gart, r+s 2016, 107; Beck­man­n/­Ma­tu­sche-Beck­mann aaO § 5 Rn. 277 f. mwN; Münch­Komm-VVG/­Reiff, § 60 VVG Rn. 27[]
  7. BGH, Urteil vom 05.04.1967 – Ib ZR 56/​65, VersR 1967, 686[]
  8. Rei­mer in Ebenroth/​Boujong/​Joost/​Strohn, HGB, 3. Aufl., § 98 Rn. 34[]
  9. OLG Düs­sel­dorf, VersR 2000, 54[]