Zusa­ge der Abwehr­de­ckung

Sagt der Ver­si­che­rer Abwehr­de­ckung zu, tre­ten deren Rechts­fol­gen ein, ohne dass der Ver­si­che­rer die­se aus­drück­lich anzu­ge­ben hat.

Zusa­ge der Abwehr­de­ckung

Die Kom­men­tar­li­te­ra­tur geht davon aus, dass § 128 VVG (ent­spricht § 158n VVG a.F.) richt­li­ni­en­kon­form ist; der Begriff "Streit­fall" in Art. 6 der Rechts­schutz-Richt­li­nie 87/​344/​EWG mei­ne (nur) den Kon­flikt zwi­schen Ver­si­che­rungs­neh­mer und des­sen Geg­ner 1.

Auch die übri­gen Stim­men in der Lite­ra­tur hal­ten § 128 VVG für richt­li­ni­en­kon­form 2 oder haben kei­nen Zwei­fel, dass Art. 6 RL 87/​344/​EWG ledig­lich die Ableh­nung des Deckungs­schut­zes regelt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. März 2016 – IV ZR 266/​14

  1. D. Wendt in van Bühren/​Plote, ARB 3. Aufl. § 128 Rn. 1; Bau­er in Harbau­er, ARB 8. Aufl. § 128 VVG Rn. 2; Arm­brüs­ter in Prölss/​Martin, VVG 29. Aufl. § 128 Rn. 1[]
  2. Schrö­der-Frer­kes, Kon­flikt­bei­le­gungs­me­cha­nis­men in der Rechts­schutz­ver­si­che­rung 1991 S. 338 ff. zu § 158n VVG a.F.[]
  3. ohne Ver­fas­ser, Kom­men­tar zur Rechts­schutz-Richt­li­nie der Euro­päi­schen Gemein­schaft, Rechts­schutz in Euro­pa, 1987, 49, 57; vgl. Mül­ler, VW 1988, 1354, 1360; Schir­mer, DAR 1990, 81, 90 f.[]