Vor­sicht beim Kauf auf Rech­nung

Online ein­kau­fen gehen, das rund um die Uhr, ohne Geschäfts­zei­ten beach­ten zu müs­sen. Ein paar Maus­klicks genü­gen, schon kommt die Ware direkt zu einem nach Hau­se. Ide­al auch, dass man bei vie­len Shops nicht sofort bezah­len muss, denn die Rech­nung liegt bei. Doch das birgt auch eine gro­ße Gefahr.

Vor­sicht beim Kauf auf Rech­nung
Frau freut sich nach Auspacken von Paketen über bestellte Ware.
Bild: Immer öfter wer­den Online­be­stel­lun­gen per Rech­nung gelie­fert. Quel­le: Stock-Asso – 408161881 /​Shutterstock.com

Mit der Rech­nung kommt ein Zah­lungs­ziel, das meist zwi­schen 14 und 30 Tagen liegt. Das heißt, dass er die Ware erst bis zum ange­ge­be­nen Zah­lungs­ziel auch tat­säch­lich bezah­len muss. Die­ser ver­meint­li­che Vor­teil kann sich schnell ins Gegen­teil umdre­hen, näm­lich dann, wenn man schlicht und ein­fach ver­gisst zu zah­len. Die Fol­ge: Mah­nun­gen, die oft­mals saf­ti­ge Mahn­ge­büh­ren beinhal­ten.

Die unter­schied­li­chen Bezahl­mög­lich­kei­ten

Der Kauf auf Rech­nung ist bequem, weil er auch dann getä­tigt wer­den kann, wenn das Kon­to des Käu­fers nicht gedeckt ist. Händ­ler bie­ten die­se Zah­lungs­mög­lich­keit zwar an, weil sie wis­sen, dass sie dadurch mehr Kun­den ani­mie­ren, bei ihnen zu kau­fen, den­noch birgt der Kauf auf Rech­nung auch für den Händ­ler Nach­tei­le, näm­lich dann, wenn die Rech­nung nicht begli­chen wird. Wer online ein­kau­fen geht, der stößt meist auf fol­gen­de Bezahl­mög­lich­kei­ten, die sowohl Vor‑, als auch Nach­tei­le haben kön­nen:

Bezahl­mög­lich­keitVor­teilNach­teil
Rech­nungBezah­lung erst nach Erhalt der Ware.Ver­gisst man zu zah­len, kön­nen hohe Mahn­ge­büh­ren anfal­len.
Bezahl­sys­te­me (pay­pal, Pay­safe­card)Direk­ter Ver­sand, da Händ­ler sofort über die Zah­lung infor­miert wird.Zusätz­li­ches Kon­to oder Pre­paid-Kar­te nötig.
Kre­dit­kar­teDirek­te Buchung mög­lich.Her­aus­ga­be der Kre­dit­kar­ten­da­ten über Inter­net-Sys­te­me.
Giro­paySiche­re Über­wei­sung wie beim TAN-Ver­fah­renWare wird erst nach Geld­ein­gang ver­schickt.
Über­wei­sungSiche­re Über­wei­sung durch TAN-Ver­fah­renWare wird erst nach Geld­ein­gang ver­schickt.
Last­schriftBetrag wird nach Ertei­lung des Man­dats auto­ma­tisch abge­bucht.Ware wird erst nach erfolg­rei­cher Abbu­chung ver­schickt.
Nach­nah­meWare wird sofort ver­schicktHohe Nach­nah­me­ge­bühr

Kauf auf Rech­nung sehr beliebt

Erst die Ware, dann das Geld – für vie­le Online­käu­fer ist dies eine will­kom­me­ne Metho­de. Vor allem des­halb, weil man beim Online­kauf in der Regel ein 14-tägi­ges Rück­ga­be­recht hat. Das heißt: Gefällt die Ware nicht, passt sie nicht oder ist sie defekt, kann man sie mit Anga­be des Grun­des zurück­ge­ben und kann danach sein Geld wie­der ein­for­dern. Wur­de bereits gezahlt, ist dies mit einer War­te­zeit ver­bun­den.

Aller­dings kommt es dar­auf an, für was online bezahlt wer­den soll. Hier sind – in Bezug auf die Bezahl­mög­lich­kei­ten – Unter­schie­de zu erken­nen. Anhand unse­rer Bei­spie­le soll dies ver­deut­licht wer­den:

ModeRei­sen
Auf Rech­nung41%26%
Pay­Pal40%24%
Last­schrift8%9%
Kre­dit­kar­te6%28%
Sofort­über­wei­sung2%4%
Vor­kas­se2%5%


Laut der fol­gen­den Gra­fik von www.kauf-auf-rechnung.de gehört der Rech­nungs­kauf zu den belieb­tes­ten Zah­lungs­mög­lich­kei­ten im Inter­net. Um nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen zu ver­mei­den, soll­te die offe­ne Rech­nung aller­dings immer bis zum auf der Rech­nung ver­se­he­nen Zah­lungs­ziel begli­chen wer­den.

Vorteile, Nachteile und worauf man beim Kauf auf Rechnung achten sollte.
Gra­fik: Infor­ma­tio­nen und Fak­ten zum The­ma Kauf auf Rech­nung. Info­gra­fik­quel­le: www.kauf-auf-rechnung.de

Zeit las­sen kann teu­er wer­den

Ob man sofort eine Mah­nung mit Mahn­ge­büh­ren erhält oder der Ver­käu­fer erst eine Zah­lungs­er­in­ne­rung ohne zusätz­li­che Gebüh­ren ver­sen­det, sofern eine Rech­nung nicht begli­chen wur­de, liegt meist im Ermes­sen des Händ­lers. Aller­dings gibt es auch hier gesetz­li­che Vor­schrif­ten:

  • Der Käu­fer kommt erst dann in Zah­lungs­ver­zug, wenn er eine Mah­nung vom Gläu­bi­ger erhält.
  • Es ist nicht immer zwin­gend not­wen­dig, eine Mah­nung zu schi­cken. Sofern ein Kalen­der­da­tum auf der Rech­nung vor­zu­fin­den ist oder für die Zah­lung ein gewis­ser Zeit­raum bestimmt wur­de (z.B. Zahl­bar inner­halb von 10 Tagen nach Lie­fe­rung), muss kei­ne zusätz­li­che Mah­nung geschrie­ben wer­den. Hier kommt der Käu­fer sofort in Zah­lungs­ver­zug.
  • Wur­de kein Datum ange­ge­ben, gilt die 30-Tage-Rege­lung. Dar­auf muss der Ver­käu­fer aller­dings expli­zit in der Rech­nung hin­wei­sen, dann kommt der Käu­fer nach die­ser Frist in Ver­zug und es bedarf kei­ner zusätz­li­chen Mah­nung.
  • Sofern eine Rech­nung ange­mahnt wird, kann der Gläu­bi­ger Mahn­ge­büh­ren ver­lan­gen, die sich aus den Kos­ten für das Por­to, das Mate­ri­al und even­tu­el­len Ver­zugs­zin­sen zusam­men­set­zen. Nicht mit ein­be­rech­nen darf man Ver­wal­tungs- und Per­so­nal­kos­ten.

Sofern man als Käu­fer auch die zuge­schick­ten Mah­nun­gen igno­riert, wird es rich­tig teu­er.

Inkas­so, Mahn­ver­fah­ren, Pro­zess, Pfän­dung

Mann versucht Geld von überraschter Frau einzutreiben.
Bild: Wer­den Rech­nun­gen nicht gezahlt, kann das Geld ein­ge­trie­ben wer­den. Quel­le: Iakov Fili­mo­nov – 280215626 /​Shutterstock.com

Jeder Gläu­bi­ger kann natür­lich auf sei­ne Art und Wei­se ver­su­chen, das Geld beim Kun­den ein­zu­trei­ben. Sofern die­se Metho­den recht­lich in Ord­nung sind, kann jeder sein Glück ver­su­chen. Die Alter­na­ti­ven erschei­nen dabei aber viel­ver­spre­chen­der.

  1. Inkas­so­un­ter­neh­men

    Online sind zahl­rei­che Inkas­so­un­ter­neh­men zu fin­den, die damit wer­ben, offe­ne Zah­lungs­for­de­run­gen sicher ein­zu­trei­ben. Das kann vor­her natür­lich nie­mand garan­tie­ren. Sicher­lich haben Inkas­so­un­ter­neh­men, schon allein der Erfah­rung wegen, mehr Mög­lich­kei­ten, im End­ef­fekt tun sie aber auch nichts Ande­res als es beim Mahn­ver­fah­ren geschieht. Letz­te­res ist die recht­li­che Grund­la­ge für das wei­te­re Vor­ge­hen. Zwar bekommt man Unter­stüt­zung bzw. wird das gericht­li­che Mahn­ver­fah­ren über­nom­men, doch das las­sen sich die Inkas­so­un­ter­neh­men auch ger­ne teu­er bezah­len.

  2. Gericht­li­ches Mahn­ver­fah­ren

    Für die Bean­tra­gung eines sol­chen Ver­fah­rens sind amt­li­che Vor­dru­cke aus­zu­fül­len und beim zustän­di­gen Gericht ein­zu­rei­chen. Je nach Höhe der For­de­run­gen kos­tet das Mahn­ver­fah­ren Gebüh­ren, die dem Schuld­ner in Rech­nung gestellt wer­den (Rech­nung bis 1000 Euro 32 Euro Gebühr, danach 35,50 Euro). Nach der Prü­fung durch das Mahn­ge­richt wird dem Schuld­ner der Mahn­be­scheid zuge­stellt. Er hat nun eine zwei­wö­chi­ge Ein­spruchs­frist. Wird die offe­ne Rech­nung inner­halb die­ser Zeit begli­chen, ist das Ver­fah­ren been­det, reagiert er nicht auf die For­de­rung, wird ein Voll­stre­ckungs­be­scheid aus­ge­stellt, legt er Wider­spruch ein, kommt es in der Fol­ge zum Pro­zess.

In einem mög­li­chen Pro­zess muss dann die Rechts­la­ge geklärt wer­den. Bekommt der Gläu­bi­ger Recht, hat der Schuld­ner nicht nur die offe­ne Rech­nung zzgl. Mahn­ge­büh­ren und gericht­li­chen Mahn­kos­ten zu tra­gen, son­dern auch die Gerichts­kos­ten und – neben sei­nen eige­nen Anwalts­kos­ten – die der Gegen­par­tei. Nun wird ihm wie­der­um eine Zah­lungs­frist ein­ge­räumt. Lässt er die­se ver­strei­chen, kommt es zur Pfän­dung durch einen Gerichts­voll­zie­her.

Bild-Quel­len:
Iakov Fili­mo­nov – 280215626 /​Shutterstock.com
Stock-Asso – 408161881 /​Shutterstock.com