Was ist – recht­lich – beim Lot­to zu beach­ten?

Lot­to ist mit Abstand das popu­lärs­te Glücks­spiel in Deutsch­land: stol­ze 31,5 Pro­zent der Bür­ger ver­su­chen ihr Glück mit den Zah­len. Wäh­rend ande­re Glücks­spie­le oder gar Casi­nos einen eher zwie­lich­ti­gen Ruf besit­zen, ist das Lot­to­spiel von der Gesell­schaft ange­se­hen und hat sich im Lau­fe der Jah­re als seriö­ses Glücks­spiel eta­bliert. Doch wie ist eigent­lich die Rechts­la­ge beim Lot­to­spiel? Wor­auf muss der Spie­ler beim Tip­pen ach­ten? Kann er recht­lich gese­hen etwas falsch machen und was ist zu beach­ten, wenn man gewinnt?

Was ist – recht­lich – beim Lot­to zu beach­ten?

© Stockbyte/Thinkstock
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Online tip­pen: wie­der erlaubt

Bis zum 1.12.2012 war das Spiel mit den Zah­len ledig­lich an Annah­me­stel­len mög­lich. So ver­bot der Glücks­spiel­staats­ver­trag aus dem Jah­re 2008 jeg­li­che Art von Glücks­spiel im Inter­net. Die Rich­ter ent­schie­den, dass die staat­li­chen Gepflo­gen­hei­ten beim Glücks­spiel im Netz ver­fas­sungs­wid­rig sei­en. Als Begrün­dung wur­de ange­ge­ben, dass die Gewinn­erzie­lungs­ab­sich­ten zu stark in den Vor­der­grund gerückt sei­en. Das Ver­bot wur­de aller­dings von vie­len Anbie­tern ille­gal umgan­gen, indem sie aus dem Aus­land ope­rier­ten. So flo­rier­te das Online-Glücks­spiel auch nach dem Ver­bot wei­ter und wuchs zuneh­mend. Aus jenem Grund unter­schrie­ben die Bun­des­län­der am 1.12.2012 den Glücks­spie­län­de­rungs­staats­ver­trag, um die Kri­mi­na­li­tät zu stop­pen und es den Spie­lern zu ermög­li­chen, legal zu spie­len. Online darf man nun also zum Bei­spiel hier Lot­to spie­len und muss kei­ne Annah­me­stel­len ansteu­ern.

Lot­to: Ab 18!

Wer ger­ne Lot­to spie­len möch­te und sich fragt, was er zu beach­ten hat, dem sei gesagt, dass er voll­jäh­rig sein muss. Dies gilt dem Jugend­schutz, da Glücks­spiel süch­tig machen kann. Daher dür­fen Kin­der und Jugend­li­che unter 18 Jah­ren kei­nen Lot­to­schein aus­fül­len. Dies geschieht natür­lich den­noch immer wie­der, sodass Min­der­jäh­ri­ge einen hohen Gewinn erzie­len und die­sen nun aus­ge­zahlt haben möch­ten. Die Lot­to­stel­len müs­sen die­se Aus­zah­lung unter­las­sen, da sie ansons­ten geset­zes­wid­rig han­deln. Selbst wenn die Eltern ein­schrei­ten und den Gewinn für ihre Kin­der anneh­men wol­len, ist dies nicht mög­lich. Denn der Gewin­ner müss­te eine Über­tra­gungs­er­klä­rung unter­schrei­ben, was als Min­der­jäh­ri­ger nicht mög­lich ist, da man unter 18 nicht geschäfts­fä­hig ist. Wei­ter­hin wur­de von dem Kind die „Oblie­gen­heits­pflicht” ver­letzt, indem die Teil­nah­me­be­din­gun­gen nicht erfüllt wur­den. Der Gewinn ist ungül­tig und die Sum­me wird auf die rest­li­chen, voll­jäh­ri­gen Gewin­ner ver­teilt.

Steu­ern: Was bleibt vom Gewinn übrig?

Wer den Jack­pot knackt, träumt zunächst von teu­ren Autos und luxu­riö­sen Vil­len. Doch ist dies über­haupt noch drin, wenn der Gewinn ver­steu­ert wer­den muss? Immer­hin zah­len Bür­ger mit einem üppi­gen Ein­kom­men bis zu 45 Pro­zent Steu­ern. Da wür­de nicht mehr ganz so viel vom Jack­pot übrig blei­ben wie gedacht. Doch kei­ne Sor­ge, der Gewinn muss nicht ver­steu­ert wer­den, da er nicht zum Ein­kom­men gezählt wird. Schließ­lich wur­de kei­ne ent­spre­chen­de Leis­tung gebracht. Manch ein Gewin­ner hat gewiss auch das Bedürf­nis, sei­nen Gewinn zu tei­len. Doch die­ses Vor­ha­ben kann Tücken beinhal­ten. Denn es wer­den auf die Sum­me Schen­kungs­steu­ern fäl­lig, die der Freund zah­len muss. Die Höhe rich­tet sich nach der Art der Bezie­hung zwi­schen Lot­to­ge­win­ner und Beschenk­tem und der Sum­me der Schen­kung.