Weih­nachts­fei­er auf Umwe­gen

Ein Unfall auf dem Weg von einer betrieb­li­chen Fei­er in die eige­ne Woh­nung ist nur ver­si­chert, wenn die direk­te Stre­cke nach Hau­se gewählt und kein Umweg gemacht wird. Das ent­schied jetzt das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt.

Weih­nachts­fei­er auf Umwe­gen

Im aktu­el­len Fall hat­te ein Außen­dienst­mit­ar­bei­ter der Fa. Wüs­ten­rot an einem Betriebs­fest teil­ge­nom­men und war nach Mit­ter­nacht auf­ge­bro­chen, um nach Hau­se zu fah­ren. Statt jedoch die kür­zes­te, 15 km lan­ge Stre­cke zu sei­ner Woh­nung zu neh­men, fuhr er einen Umweg über die A 45, der ins­ge­samt 38 km lang war. Auf einer Auto­bahn­aus­fahrt ver­un­glück­te der Mann töd­lich. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft lehn­te gegen­über der Wit­we einen Anspruch auf Hin­ter­blie­be­nen­ren­te ab, da als Wege­un­fall nur der kür­zes­te Weg zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stel­le (in die­sem Fall: Ort der Betriebs­fei­er) ver­si­chert ist.

Die Wit­we mach­te gel­tend, ihr Mann habe sich ver­fah­ren und sei irr­tüm­lich den län­ge­ren Weg nach Hau­se gefah­ren. Bei einem ?Ver­ir­ren? blie­be der gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rungs­schutz auch auf einem Umweg erhal­ten.

Die Berufs­ge­nos­sen­schaft ver­mu­te­te hin­ge­gen, der Ver­si­cher­te sei der (uniden­ti­fi­zier­te) PKW-Fah­rer gewe­sen, der kurz vor dem Unfall in der Nähe der Unfall­stel­le vor einer poli­zei­li­chen Ver­kehrs­kon­trol­le gewen­det habe. Auf sei­ner Flucht vor der Poli­zei sei er
nicht unfall­ver­si­chert gewe­sen.

Die Darm­städ­ter Rich­ter hiel­ten bei­de Ver­sio­nen für gleich wahr­schein­lich oder unwahr­schein­lich und kei­ne für erwie­sen. Auch wenn der Ehe­mann der Klä­ge­rin zu Tode gekom­men sei und sie sich daher in einem Beweis­not­stand befun­den habe, sei die Hin­ter­blie­be­nen­ren­te zu Recht abge­lehnt wor­den.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Hes­sen, Urteil vom 12. Dezem­ber 2006 – L 3 U 139/​05