Wei­ter­ga­be der Umsatz­steu­er­re­du­zie­rung an Hotel­kun­den

Ein Hote­lier hat den Umsatz­steu­er­vor­teil, der sich durch die Umsatz­steu­er­re­du­zie­rung für Beher­ber­gungs­leis­tun­gen von 19 % auf 7 % mit Wir­kung zum 1. Janu­ar 2010 1 erge­ben hat, kom­plett an sei­ne Kun­den wei­ter­zu­ge­ben.

Wei­ter­ga­be der Umsatz­steu­er­re­du­zie­rung an Hotel­kun­den

So ent­schied jetzt das Land­ge­richt Wup­per­tal in dem Fall des Der Inha­bers eines Fünf-Ster­ne-Hotels in Tim­men­dor­fer Strand. Die­ser hat­te sich im Dezem­ber 2009 mit einer Wup­per­ta­ler Event-Agen­tur, die eine Ver­an­stal­tung für eine Unter­neh­mens­be­ra­tung plan­te, über im Mai 2010 zu erbrin­gen­de Beher­ber­gungs­leis­tun­gen im Umfang von über 50.000 Euro geei­nigt. Die Buchung die­ses grö­ße­ren Zim­mer­kon­tin­gents erfolg­te noch vor Inkraft­tre­ten des Wachs­tums­be­schleu­ni­gungs­ge­set­zes. Von der geplan­ten Umsatz­steu­er­re­du­zie­rung wuss­ten die Par­tei­en damals nichts. Bei der Abrech­nung der Leis­tun­gen im Jahr 2010 woll­te der Hote­lier den inzwi­schen ein­ge­tre­te­nen Steu­er­vor­teil für Beher­ber­gungs­leis­tun­gen nicht an sei­ne Ver­trags­part­ne­rin wei­ter­ge­ben. Er berief sich dar­auf, die Par­tei­en hät­ten einen zu zah­len­den Gesamt­be­trag ver­ein­bart, an dem sich für die Event-Agen­tur durch die Redu­zie­rung des von ihm für die Beher­ber­gungs­leis­tun­gen abzu­füh­ren­den Umsatz­steu­er­an­teils nichts geän­dert habe. Als die Agen­tur den sich aus der Dif­fe­renz der bei­den Mehr­wert­steu­er­sät­ze erge­ben­den Betrag von 2.473,30 Euro nicht zahl­te, erhob der Hote­lier zunächst Kla­ge vor dem Amts­ge­richt Wup­per­tal. Hier ist ihm die Hälf­te des Dif­fe­renz­be­tra­ges, also 1.236,65 Euro, zuge­spro­chen wor­den. Dage­gen hat der Klä­ger Beru­fung ein­ge­legt.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Wup­per­tal steht dem Klä­ger der Dif­fe­renz­be­trag nicht zu. Denn nach einer ergän­zen­den Ver­trags­aus­le­gung des im Dezem­ber 2009 geschlos­se­nen Ver­tra­ges ergibt sich, dass der Hote­lier den Umsatz­steu­er­vor­teil voll­stän­dig an sei­ne Kun­din wei­ter­ge­ben muss.

Land­ge­richt Wup­per­tal, Urteil vom 11. Janu­ar 2012 – 8 S 54/​11

  1. Wachs­tums­be­schleu­ni­gungs­ge­setz vom 22.12.2009[]