Wer hat – patent­recht­lich – die schö­ne­ren Pud­ding­fle­cken?

Unter­schied­li­che Abläu­fe in der Her­stel­lung und dadurch unter­schied­li­ches Aus­se­hen des Pro­duk­tes Pud­ding sind so gra­vie­ren­den Unter­schie­de, dass von einer Patent­ver­let­zung nicht gespro­chen wer­den kann.

Wer hat – patent­recht­lich – die schö­ne­ren Pud­ding­fle­cken?

Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­den, dass weder der Pud­ding "Fle­cki" noch sei­ne Her­stel­lung ein Patent von Dr. Oet­kers Pud­ding "Pau­la" ver­letzt. Die Antrag­stel­le­rin führ­te unter der Mar­ke “Dr. Oet­ker“ in den ver­gan­ge­nen Jah­ren den Vanil­le-Scho­ko-Pud­ding “Pau­la“ ein, bei dem die bei­den Pud­dings­or­ten in Form von Fle­cken inner­halb des Bechers ver­teilt sind. Die Antrags­geg­ne­rin stellt eben­falls einen gefleck­ten Pud­ding, das Pro­dukt “Fle­cki“, her und lie­fert die­ses an Aldi-Dis­count­märk­te in Nord­rhein-West­fa­len. Am 1. März 2012 hat­te das Land­ge­richt Düs­sel­dorf bereits eine Ver­let­zung des euro­päi­schen Design­rechts (Gemein­schafts­ge­schmacks­mus­ters) und des Wett­be­werbs­rechts ver­neint.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Düs­sel­dorf bestan­den bereits Zwei­fel, ob das Ver­fah­ren, nach dem “Fle­cki“ her­ge­stellt wird, optisch so schö­ne Fle­cken bil­det, wie vom Patent bezweckt. Wäh­rend “Pau­la“ vie­le klei­ne, gezielt ange­ord­ne­te Fle­cken zei­ge, gin­gen bei “Fle­cki“ die­se nahe­zu in einem ein­zi­gen dicken Fleck auf. Grund hier­für sei­en die Unter­schie­de in den tech­ni­schen Abläu­fen bei der Her­stel­lung der bei­den Nach­spei­sen: Um die cha­rak­te­ris­ti­schen Fle­cken in der Pud­ding­creme zu erzeu­gen, wür­den die Aus­lauf­dü­sen beim Befül­len der Becher nach dem Patent min­des­tens zwei Mal unter­bro­chen und dabei um ver­schie­de­ne Grad­zah­len gedreht. Dage­gen sei zur Her­stel­lung von “Fle­cki“ allen­falls eine Dosier­pau­se und inner­halb die­ser Pau­se nur eine Dre­hung vor­ge­se­hen. Bei so gra­vie­ren­den Unter­schie­den kön­ne von einer Patent­ver­let­zung nicht gespro­chen wer­den.

Land­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 20. Novem­ber 2012 – 4b O 141/​12