Wer­bung mit Garan­ti­en beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf

Die nähe­ren Anga­ben, die bei einem Ver­brauchs­gü­ter­kauf in der Garan­tie­er­klä­rung ent­hal­ten sein müs­sen, müs­sen nicht not­wen­dig schon in der Wer­bung mit der Garan­tie auf­ge­führt wer­den.

Wer­bung mit Garan­ti­en beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf

Dies ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof in einem Rechts­streit, bei dem bei­de Par­tei­en mit Tin­ten­pa­tro­nen und Toner­kar­tu­schen für Com­pu­ter­dru­cker han­deln, die sie über das Inter­net im Wege des Ver­sand­han­dels ver­trei­ben. Der Beklag­te bot auf sei­ner Inter­net­sei­te Dru­cker­pa­tro­nen mit dem Ver­spre­chen an, "3 Jah­re Garan­tie" zu gewäh­ren. Die Klä­ge­rin hat es als wett­be­werbs­wid­rig bean­stan­det, dass der Beklag­te in der Wer­bung nicht ange­ge­ben hat, wie sich die Bedin­gun­gen des Ein­tritts des Garan­tie­falls dar­stel­len und unter wel­chen Umstän­den der Ver­brau­cher die Garan­tie in Anspruch neh­men kann. Das erst­in­stanz­lich mit der Kla­ge befass­te Land­ge­richt Bie­le­feld hat die Kla­ge abge­wie­sen 1. Dem­ge­gen­über hatr das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in sei­nem Beru­fungs­ur­teil den Beklag­ten ver­ur­teilt, es zu unter­las­sen, mit Garan­ti­en zu wer­ben, ohne den Ver­brau­cher ord­nungs­ge­mäß auf sei­ne gesetz­li­chen Rech­te hin­zu­wei­sen 2. Dem folg­te der Bun­des­ge­richts­hof jedoch nicht. Der BGH hob das Beru­fungs­ur­teil des OLG Hamm auf und stell­te das kla­ge­ab­wei­sen­de land­ge­richt­li­che Urteil wie­der her:

Gemäß § 477 Abs. 1 Satz 2 BGB muss eine Garan­tie­er­klä­rung den Hin­weis auf die gesetz­li­chen Rech­te des Ver­brau­chers sowie dar­auf ent­hal­ten, dass die­se Rech­te durch die Garan­tie nicht ein­ge­schränkt wer­den. Fer­ner muss die Erklä­rung den Inhalt der Garan­tie und alle wesent­li­chen Anga­ben nen­nen, die für deren Gel­tend­ma­chung erfor­der­lich sind. Unter eine Garan­tie­er­klä­rung fällt nur eine Wil­lens­er­klä­rung, die zum Abschluss eines Kauf­ver­tra­ges oder eines eigen­stän­di­gen Garan­tie­ver­tra­ges führt, nicht dage­gen die Wer­bung, die den Ver­brau­cher ledig­lich zur Waren­be­stel­lung auf­for­dert und in die­sem Zusam­men­hang eine Garan­tie ankün­digt, ohne sie bereits rechts­ver­bind­lich zu ver­spre­chen. Die inso­weit ein­deu­ti­ge Bestim­mung des deut­schen Rechts setzt frei­lich nur die euro­päi­sche Richt­li­nie 1999/​44/​EG über den Ver­brauchs­gü­ter­kauf um, die in die­sem Zusam­men­hang – im Wort­laut mehr­deu­tig – davon spricht, dass "die Garan­tie" die frag­li­chen Infor­ma­tio­nen ent­hal­ten müs­se. Der Bun­des­ge­richts­hof hat es indes­sen als unzwei­fel­haft ange­se­hen, dass auch damit ledig­lich die Garan­tie­er­klä­rung und nicht die Wer­bung mit der Garan­tie gemeint ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 14. April 2011 – I ZR 133/​09

  1. LG Bie­le­feld, Urteil vom 20.03.2009 – 15 O 233/​08[]
  2. OLG Hamm, Urteil vom 13.08.2009 – 4 U 71/​09[]