Wer­bung, Unter­las­sungs­kla­ge – und die kon­kre­te Ver­let­zungs­form

Bei der wett­be­werbs­recht­li­chen Unter­las­sungs­kla­ge ist in Fäl­len, in denen sich die Kla­ge gegen die kon­kre­te Ver­let­zungs­form rich­tet, davon aus­zu­ge­hen, dass in die­ser Ver­let­zungs­form der Lebens­sach­ver­halt liegt, durch den der Streit­ge­gen­stand bestimmt wird 1.

Wer­bung, Unter­las­sungs­kla­ge – und die kon­kre­te Ver­let­zungs­form

Das Kla­ge­be­geh­ren rich­tet sich danach gegen ein kon­kret umschrie­be­nes Ver­hal­ten, das bei natür­li­cher Betrach­tungs­wei­se den Tat­sa­chen­kom­plex und damit die Bean­stan­dun­gen umschreibt, zu der die kon­kre­te Ver­let­zungs­form Anlass geben kann 2.

Der Klä­ger kann in Fäl­len, in denen er eine kon­kre­te Wer­bung unter ver­schie­de­nen Gesichts­punk­ten jeweils geson­dert angrei­fen möch­te, aller­dings die­se ver­schie­de­nen Gesichts­punk­te im Wege der kumu­la­ti­ven Kla­ge­häu­fung zu jeweils getrenn­ten Kla­ge­zie­len machen. Er muss dabei die ein­zel­nen Bean­stan­dun­gen in ver­schie­de­nen Kla­ge­an­trä­gen umschrei­ben, wobei er zur Ver­deut­li­chung jeweils auf die kon­kre­te Ver­let­zungs­form Bezug neh­men kann. Das Gericht hat dann die bean­stan­de­te Wer­bung unter jedem ein­zel­nen der gel­tend gemach­ten Gesichts­punk­te zu prü­fen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Juli 2015 – I ZR 143/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 09.10.2014 – I ZR 167/​12, GRUR 2014, 1224 Rn. 26 = WRP 2014, 1453 ENERGY & VODKA[]
  2. BGH, Urteil vom 13.09.2012 – I ZR 230/​11, BGHZ 194, 314 Rn. 24 Bio­mi­ne­ral­was­ser[]
  3. BGHZ 194, 314 Rn. 25 Bio­mi­ne­ral­was­ser[]