Wett­be­werbs­ver­stö­ße – und der Unter­las­sungs­an­spruch des Mit­be­wer­bers

Ein Mit­be­wer­ber ist bei einem Wett­be­werbs­ver­stoß hin­sicht­lich eines Unter­las­sungs­an­spruchs gemäß § 8 Absatz 3 Nr. 1 UWG aktiv­le­gi­ti­miert.

Wett­be­werbs­ver­stö­ße – und der Unter­las­sungs­an­spruch des Mit­be­wer­bers

Mit­be­wer­ber ist jeder Unter­neh­mer, der mit einem oder meh­re­ren Unter­neh­mern als Anbie­ter oder Nach­fra­ger von Waren oder Dienst­leis­tun­gen in einem kon­kre­ten Wett­be­werbs­ver­hält­nis steht (§ 2 Absatz 1 Nr. 3 UWG).

Ein kon­kre­tes Wett­be­werbs­ver­hält­nis ist immer dann gege­ben, wenn bei­de Par­tei­en gleich­ar­ti­ge Waren oder Dienst­leis­tun­gen inner­halb des­sel­ben End­ver­brau­cher­krei­ses abzu­set­zen ver­su­chen und daher das Wett­be­werbs­ver­hal­ten des einen den ande­ren beein­träch­ti­gen, das heißt im Absatz behin­dern oder stö­ren kann 1.

Nach die­sen Maß­stä­ben lag in dem hier ent­schie­de­nen FAll ein kon­kre­tes Wett­be­werbs­ver­hält­nis zwi­schen den Ver­fah­ren­s­par­tei­en vor, da es sich bei den von der Ver­fü­gungs­klä­ge­rin her­ge­stell­ten Urnen­säu­len und den von der Ver­fü­gungs­be­klag­ten her­ge­stell­ten Grab­stei­nen um gleich­ar­ti­ge Waren han­delt, da es sich jeweils um ein Gedenk- und Erin­ne­rungs­mal an der Grab­stät­te eines Toten han­delt. Soweit die Ver­fü­gungs­be­klag­te den Ver­kauf von Grab­mä­lern durch die Ver­fü­gungs­klä­ge­rin bestrit­ten hat, 35)), ist dies durch Vor­la­ge von Bild­schirm­aus­dru­cke der Inter­net­sei­te glaub­haft gemacht wor­den. Ob sol­che Urnen­säu­len auch auf den frag­li­chen Fried­hö­fen ver­kauft wur­den, ist für die Begrün­dung des Wett­be­werbs­ver­hält­nis­ses uner­heb­lich, da die Ver­fü­gungs­klä­ge­rin über das Inter­net ihre Pro­duk­te bun­des­weit – und damit jeden­falls auch dort – anbie­tet.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 5. Juli 2018 – 2 U 167/​17

  1. BGH, Urteil vom 28.09.2011 – I ZR 92/​09 17 – Sport­wet­ten im Inter­net II[]