Wuche­ri­sche Zusatz­leis­tun­gen beim Bau­ver­trag

Steht die nach § 2 Nr. 6 Abs. 2 VOB/​B zu bestim­men­de Ver­gü­tung für im Ver­trag nicht vor­ge­se­he­ne Leis­tun­gen, die zur Aus­füh­rung der ver­trag­li­chen Leis­tung erfor­der­lich wer­den, in einem auf­fäl­li­gen, wucher­ähn­li­chen Miss­ver­hält­nis zu die­sen Leis­tun­gen, kann die der Preis­bil­dung zugrun­de lie­gen­de Ver­ein­ba­rung sit­ten­wid­rig und damit nich­tig sein.

Wuche­ri­sche Zusatz­leis­tun­gen beim Bau­ver­trag

Beträgt die nach § 2 Nr. 6 Abs. 2 VOB/​B zu bestim­men­de Ver­gü­tung nahe­zu das Acht­fa­che des orts­üb­li­chen und ange­mes­se­nen Prei­ses, kann ein auf­fäl­li­ges Miss­ver­hält­nis vor­lie­gen. Ein auf­fäl­li­ges Miss­ver­hält­nis ist nur dann wucher­ähn­lich, wenn der auf­grund die­ses auf­fäl­li­gen Miss­ver­hält­nis­ses über das übli­che Maß hin­aus­ge­hen­de Preis­an­teil sowohl abso­lut gese­hen als auch im Ver­gleich zur Gesamt­auf­trags­sum­me in einer Wei­se erheb­lich ist, dass dies von der Rechts­ord­nung nicht mehr hin­ge­nom­men wer­den kann. Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen besteht eine Ver­mu­tung für ein sitt­lich ver­werf­li­ches Gewinn­stre­ben des Auf­trag­neh­mers.

An die Stel­le der nich­ti­gen Ver­ein­ba­rung über die Ver­gü­tung tritt die Ver­ein­ba­rung, die Leis­tun­gen nach dem übli­chen Preis zu ver­gü­ten 1.

BGH, Urteil vom 7. März 2013 – VII ZR 68/​10

  1. Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 18.12.2008 – VII ZR 201/​06, BGHZ 179, 213[]