Zahn­ärzt­li­cher Kuss­mund

In einem aktu­el­len Urteil hat der Wett­be­werbs­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm die von der Zahn­ärz­te­kam­mer bean­stan­de­ten Wer­be­an­zei­gen eines Zahn­arz­tes aus Essen in zwei­ter Instanz
für wett­be­werbs­recht­lich zuläs­sig erach­tet. Das Gericht in Hamm hat damit der Beru­fung des Zahn­arz­tes gegen ein teil­wei­se anders lau­ten­des Urteil des Land­ge­richts Essen statt­ge­ge­ben und die auf Unter­las­sung der Rekla­me gerich­te­te Kla­ge der Zahn­ärz­te­kam­mer ins­ge­samt abge­wie­sen.

Zahn­ärzt­li­cher Kuss­mund

Der Zahn­arzt hat­te im Jah­re 2004 in ver­schie­de­nen Regio­nal­zei­tun­gen und Kino­pro­gramm­hef­ten für die von ihm aus­ge­üb­te ästhe­ti­sche und ganz­heit­li­che Zahn­me­di­zin mit­tels bild­li­cher Dar­stel­lun­gen gewor­ben, die einen lachen­den Mund mit wohl­ge­form­ten, leicht geöff­ne­ten Lip­pen und mit strah­lend wei­ßen, makel­lo­sen Zäh­nen zeig­ten.

Der Fach­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts hat aus­ge­führt, dass eine sol­che Wer­bung nicht berufs­wid­rig sei. Im Lich­te eines ver­än­der­ten Wer­be­ver­hal­tens von Frei­be­ruf­lern genüg­ten die Anzei­gen dem Sach­lich­keits­ge­bot. Der dar­ge­stell­te Mund ste­he im Zusam­men­hang mit dem Bereich der ästhe­ti­schen Medi­zin, der einen Tätig­keits­schwer­punkt des beklag­ten Zahn­arz­tes dar­stel­le. Bei einem Ver­gleich der Grö­ßen­un­ter­schie­de zwi­schen Bild und Text der Anzei­ge kön­ne zudem nicht ange­nom­men wer­den, dass die rei­nen Sach­in­for­ma­tio­nen (Adres­se sowie Hin­wei­se auf die Tätig­keits­be­rei­che des Zahn­arz­tes) in den Hin­ter­grund gerie­ten. Sicher­lich die­ne der abge­bil­de­te Mund dazu, das Auge des Betrach­ters auf die Anzei­ge zu len­ken. Dar­aus fol­ge jedoch nicht auto­ma­tisch die Unzu­läs­sig­keit der Wer­bung, da es gera­de Sinn und Zweck von Wer­bung sei, Auf­merk­sam­keit zu wecken.

OLG Hamm, Urteil vom 7. Juni 2005 -4 U 34/​05