Zu nied­ri­ge Por­to­prei­se

Die Fir­ma First Mail Düs­sel­dorf GmbH ist auf­grund einer sofort voll­zieh­ba­ren Anord­nung der Bun­des­netz­agen­tur ver­pflich­tet, ihre zu nied­ri­gen Prei­se im Sin­ne eines chan­cen­glei­chen und funk­ti­ons­fä­hi­gen Wett­be­werbs nach oben hin anzu­pas­sen. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter bestä­tig­te nun eine ent­spre­chen­de Eil­ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln.

Zu nied­ri­ge Por­to­prei­se

Die Fir­ma Frist Mail, eine hun­dert­pro­zen­ti­ge Toch­ter der Deut­schen Post, erbringt mit die­ser und wei­te­ren Wett­be­wer­bern in Düs­sel­dorf, im Ruhr­ge­biet und in Tei­len von Ber­lin Post­dienst­leis­tun­gen. Mit Bescheid vom 14. Juni 2011 for­der­te die Bun­des­netz­agen­tur die Fir­ma auf, für im Ein­zel­nen beschrie­be­ne Post­dienst­leis­tun­gen bestimm­te Ent­gel­te nicht zu unter­schrei­ten bzw. die von der Deut­schen Post gefor­der­ten Ent­gel­te nicht zu unter­schrei­ten. Zur Begrün­dung wies die Bun­des­netz­agen­tur unter ande­rem dar­auf hin, die Ent­gel­te der Fir­ma First Mail ent­hiel­ten Abschlä­ge, die die Wett­be­werbs­mög­lich­kei­ten ande­rer Unter­neh­men auf dem Markt für Post­dienst­leis­tun­gen in miss­bräuch­li­cher Wei­se beein­träch­tig­ten.

Gegen die­se kraft Geset­zes sofort voll­zieh­ba­re Anpas­sungs­auf­for­de­rung erhob die Fir­ma First Mail Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt Köln und bean­trag­te dort zugleich, die auf­schie­ben­de Wir­kung die­ser Kla­ge anzu­ord­nen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln lehn­te die­sen Antrag ab.

Die dage­gen von der Fir­ma First Mail erho­be­ne Beschwer­de hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nun­mehr mit dem ein­gangs erwähn­ten Beschluss als unbe­grün­det zurück­ge­wie­sen: Nach der in die­sem Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes nur mög­li­chen sum­ma­ri­schen Prü­fung sei davon aus­zu­ge­hen, dass die von der Fir­ma First Mail gefor­der­ten Ent­gel­te den nor­ma­ti­ven post­recht­li­chen Ent­gelt­grund­sät­zen nicht ent­sprä­chen, sich ins­be­son­de­re nicht an den Kos­ten einer effi­zi­en­ten Leis­tungs­be­reit­stel­lung ori­en­tier­ten. Ob es sich inso­weit um eine sog. "geziel­te Kampf­preis­un­ter­bie­tung" han­de­le, kön­ne offen blei­ben. Jeden­falls sei das Ent­gelt­ver­hal­ten der Fir­ma First Mail mit ihren unter den Ent­gel­ten der Mut­ter­ge­sell­schaft lie­gen­den Ent­gel­ten für ver­gleich­ba­re Post­dienst­leis­tun­gen miss­bräuch­lich. Die Unter­schrei­tung der Ent­gel­te der Mut­ter­ge­sell­schaft die­ne offen­bar dazu, mit nied­ri­ge­ren Prei­sen zu Guns­ten der Mut­ter­ge­sell­schaft den Wett­be­werb in den betrof­fe­nen räum­li­chen Berei­chen zu ver­rin­gern. Auf eine Nied­rig­preis­po­li­tik im Rah­men einer Markt­ein­tritts­pha­se kön­ne die Fir­ma sich ange­sichts der seit meh­re­ren Jah­ren von ihr ange­bo­te­nen Post­dienst­leis­tun­gen in den betref­fen­den Regio­nen nicht mit Erfolg beru­fen. Die Nied­rig­preis­stra­te­gie sol­le den Wett­be­werb in dem Bereich zu Guns­ten der Mut­ter­ge­sell­schaft und zu Las­ten ande­rer Wett­be­wer­ber ein­schrän­ken. Die Fir­ma First Mail müs­se auch die sofor­ti­ge Voll­zie­hung der Auf­for­de­rung zur Ent­gel­tan­pas­sung vor der Ent­schei­dung im Haupt­sa­che­ver­fah­ren hin­neh­men, weil die sofor­ti­ge Voll­zie­hung einen chan­cen­glei­chen und funk­ti­ons­fä­hi­gen Wett­be­werb im Post­dienst­leis­tungs­be­reich her­stel­le und siche­re. Ein sol­cher Wett­be­werb lie­ge im öffent­li­chen Inter­es­se.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Beschluss vom 15. Novem­ber 2011 – 13 B 1082/​11.