"Zulas­sung OLG, LG, AG Bre­men"

Die Anga­be "Zulas­sung OLG, LG, AG Bre­men" im Impres­sum des Inter­net­auf­tritts eines Rechts­an­walts stellt einen Wett­be­werbs­ver­stoß durch irre­füh­ren­de Wer­bung mit Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten dar.

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Das Han­sea­ti­sche Ober­lan­des­ge­richt in Bre­men teilt die Auf­fas­sung des Land­ge­richts Bre­men 1, dass die Ver­wen­dung des bean­stan­de­ten Zusat­zes im Impres­sum der Home­page eine geschäft­li­che Hand­lung im Sin­ne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG dar­stellt. Das Impres­sum ist Teil der für die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit ein­ge­rich­te­ten Home­page, wel­ches durch einen auf der Start­sei­te befind­li­chen Link sofort auf­ge­ru­fen wer­den kann. Es ent­hält – wor­auf der beklag­te Rechts­an­walt selbst hin­weist – die nach § 5 TMG erfor­der­li­chen Anga­ben, wel­che u.a. sicher­stel­len sol­len, dass eine schnel­le elek­tro­ni­sche Kon­takt­auf­nah­me und unmit­tel­ba­re Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Diens­te­an­bie­ter mög­lich ist. Damit dient das Impres­sum auch der Anwer­bung neu­er Kun­den, wobei im Übri­gen nur im Impres­sum die E‑Mail-Anschrift des Beklag­ten ange­ge­ben ist.

Die Ver­wen­dung des Zusat­zes „Zulas­sung OLG, LG, AG Bre­men“ ist gemäß §§ 3, 5 UWG irre­füh­rend, weil damit der unzu­tref­fen­de Ein­druck erweckt wird, der Rechts­an­walt ver­fü­ge jeden­falls in Bre­men gegen­über ande­ren Anwäl­ten auf­grund der Zulas­sung an den aus­drück­lich auf­ge­führ­ten Gerich­ten über eine beson­de­re Stel­lung oder Qua­li­fi­ka­ti­on.

Die­se Wer­bung mit einer Selbst­ver­ständ­lich­keit ist auch von hin­rei­chen­der wett­be­werb­li­cher Rele­vanz, ins­be­son­de­re weil sie geeig­net ist, bei einem Rechts­schutz vor bre­mi­schen Gerich­ten suchen­den poten­ti­el­len Man­dan­ten den Ein­druck zu erwe­cken, der Beklag­te sei auf­grund sei­ner Zulas­sung vor die­sen Gerich­ten gegen­über aus­wär­ti­gen Rechts­an­wäl­ten zu sei­ner Ver­tre­tung bes­ser geeig­net 2.

Hin­rei­chen­den Anhalts­punk­te für einen Rechts­miss­brauch im Sin­ne des § 8 Abs. 4 UWG sieht das Han­sea­ti­sche Ober­lan­des­ge­richt eben­falls nicht:

Eine stan­des­recht­li­ches Ver­pflich­tung der Klä­ge­rin, einer Rechts­an­wäl­tin, den beklag­ten Rechts­an­walt vor der Abmah­nung auf den Ver­stoß hin­zu­wei­sen, ver­mag das Han­sea­ti­sche Ober­lan­des­ge­richt nicht zu erken­nen. Mit sei­nem wett­be­werbs­wid­ri­gen Ver­hal­ten hat der Beklag­te eine Wie­der­ho­lungs­ge­fahr begrün­det, die dem Mit­be­wer­ber gemäß § 12 Abs. 1 Satz 1 UWG das Recht sowie auch die Oblie­gen­heit gibt, die Abga­be einer straf­be­wehr­ten Unter­las­sungs­er­klä­rung zu ver­lan­gen. Die­se Rege­lung ist auch im Inter­es­se des Schuld­ners, um unnö­ti­ge Pro­zes­se und die damit ver­bun­de­nen Kos­ten zu ver­mei­den. Sie berück­sich­tigt aber auch das berech­tig­te Inter­es­se des Mit­be­wer­bers, über eine straf­be­wehr­te Unter­las­sungs­ver­pflich­tung klag­los gestellt zu wer­den. Für kon­kur­rie­ren­de Rechts­an­wäl­te gilt nichts ande­res; ins­be­son­de­re ist nicht erkenn­bar, war­um aus dem Stan­des­recht ein Ver­zicht auf eine der­ar­ti­ge Klag­los­stel­lung fol­gen soll.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt in Bre­men, Beschluss vom 15. März 2013 – 2 U 5/​13

  1. LG Bre­men, Urteil vom 13.12.2012 – 12 O 303/​12[]
  2. sie­he auch OLG Köln, Urteil vom 22.06.2012 – 6 U 4/​12, NJW-RR 2012, 1528f.[]