Zustän­dig­keit der ordent­li­chen Gerich­te in ver­wal­tungs­recht­li­chen Notar­sa­chen

Mit einer Rüge der Zuläs­sig­keit des Rechts­wegs und zur Zustän­dig­keit der ordent­li­chen Gerich­te in ver­wal­tungs­recht­li­chen Notar­sa­chen hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen:

Zustän­dig­keit der ordent­li­chen Gerich­te in ver­wal­tungs­recht­li­chen Notar­sa­chen

Auf­grund der in § 111 Abs. 1, 2 BNo­tO bestimm­ten Zustän­dig­keit des Ober­lan­des­ge­richts und des Bun­des­ge­richts­hofs für ver­wal­tungs­recht­li­che Notar­sa­chen schei­det ein Ver­stoß gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG aus. Ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken gegen die Zuwei­sung die­ser Sachen zu Gerich­ten der ordent­li­chen Gerichts­bar­keit bestehen eben­falls nicht 1.

Soweit der Klä­ger bean­stan­den woll­te, dass der Notar­se­nat mit Rich­tern besetzt war, die der Dienst­auf­sicht des Prä­si­den­ten des Ober­lan­des­ge­richts unter­lie­gen, der zugleich Beklag­ter in die­ser Sache ist, ist die­se Rüge unbe­grün­det. Die Beset­zung des Notar­se­nats mit Rich­tern des Ober­lan­des­ge­richts ist von §§ 101 f. i.V.m. § 111 Abs. 4 BNo­tO vor­ge­ge­ben und führt, ohne dass im Ein­zel­fall beson­de­re Umstän­de vor­lie­gen, nicht zu Beden­ken gegen die Unvor­ein­ge­nom­men­heit der Rich­ter 2. Umstän­de, aus denen sich eine kon­kre­te Besorg­nis erge­ben könn­te, die Rich­ter des Notar­se­nats des Ober­lan­des­ge­richts Cel­le hät­ten die gebo­te­ne Neu­tra­li­tät gegen­über dem Beklag­ten nicht gewahrt, hat der Klä­ger nicht vor­ge­tra­gen. Dass der Vor­sit­zen­de des Notar­se­nats eben­so wie der Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts dem Prä­si­di­um des Gerichts ange­hört, stellt einen sol­chen Umstand nicht dar. Ohne dass es für die Ent­schei­dung noch erheb­lich ist, ist ergän­zend anzu­mer­ken, dass die rich­ter­li­chen Mit­glie­der des Notar­se­nats in Abwei­chung von dem in § 21e Abs. 1 Satz 2 GVG bestimm­ten Jähr­lich­keits­prin­zip für die Dau­er von fünf Jah­ren bestellt wer­den (§ 102 Satz 1 BNo­tO). Des­halb ist die Befürch­tung des Klä­gers unbe­grün­det, der Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts kön­ne als Vor­sit­zen­der des Prä­si­di­ums ohne wei­te­res dar­auf hin­wir­ken, ihm nicht geneh­me Rich­ter des Notar­se­nats zu erset­zen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Novem­ber 2013 – NotZ(Brfg) 7/​13

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 05.11.1962 – NotZ 11/​62, BGHZ 38, 208, 210 ff.; Schippel/​Bracker/​Herrmann, BNo­tO, 9. Aufl., § 111 Rn. 1; fer­ner auch BGH, Beschluss vom 20.03.1961 – AnwZ (B) 15/​60, NJW 1961, 1211, 1212 zur Anwalts­ge­richts­bar­keit[]
  2. BGH, Beschluss vom 21.02.2011 – NotZ(Brfg) 7/​10[]