Der PKH-Antrag und die Wie­der­ein­set­zung in die Rechts­mit­tel­frist

Einer Par­tei, wel­che nicht über die finan­zi­el­len Mit­tel zur Ein­le­gung eines Rechts­mit­tels ver­fügt, wird auf Antrag Wie­der­ein­set­zung in eine ver­säum­te Frist gewährt, wenn die Par­tei inner­halb der Rechts­mit­tel­frist einen Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trag bei Gericht gestellt und alles in ihren Kräf­ten Ste­hen­de getan hat, damit über die­sen Antrag ohne Ver­zö­ge­rung ent­schie­den wer­den kann.

Der PKH-Antrag und die Wie­der­ein­set­zung in die Rechts­mit­tel­frist

Die­sem Erfor­der­nis ist nur genügt, wenn mit dem Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trag inner­halb der lau­fen­den Frist auch eine Erklä­rung zu den per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen der Par­tei unter Ver­wen­dung des amt­lich vor­ge­schrie­be­nen For­mu­lars nebst der erfor­der­li­chen Bele­ge (§ 117 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 und 4 ZPO, § 1 Abs. 1 PKH-Vor­druck­VO) vor­ge­legt wird 1.

Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall reich­te die Antrag­stel­le­rin zwar am letz­ten Tag der Frist per Tele­fax einen Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trag ein. Die­sem war jedoch weder eine Erklä­rung über die per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se der Antrag­stel­le­rin noch waren Bele­ge zu die­sen Ver­hält­nis­sen bei­gefügt. Die Erklä­rung nebst Bele­gen ging erst mit dem Ori­gi­nal des Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trags drei Tage spä­ter beim Bun­des­ge­richts­hof ein. Dies reich­te dem Bun­des­ge­richts­hof nicht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. März 2013 – IX ZA 42/​12

  1. BGH, Beschluss vom 04.07.2002 – IX ZB 221/​02, NJW 2002, 2793; vom 31.08.2005 – XII ZB 116/​05, NJW-RR 2006, 140, 141; vom 13.04.2006 – IX ZA 3/​06, Fam­RZ 2006, 1028 f; vom 06.07.2006 – IX ZA 10/​06, Fam­RZ 2006, 1522, 1523; vom 13.02.2008 – XII ZB 151/​07, NJW-RR 2008, 942 Rn. 10; vom 18.05.2010 – IX ZA 17/​10, ZIn­sO 2010, 1338 Rn. 4; vom 28.06.2011 – IX ZA 29/​11 Rn. 2, nv; vom 15.11.2012 – IX ZA 36/​12 Rn. 2[]