Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung

In der Insol­venz kann der Insol­venz­ver­wal­ter gemäß § 133 InsO Rechts­hand­lung des Insol­venz­schuld­ners anfech­ten, die die­ser in den letz­ten zehn Jah­ren vor dem Antrag auf Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens oder nach die­sem Antrag mit dem Vor­satz, sei­ne Gläu­bi­ger zu benach­tei­li­gen, vor­ge­nom­men hat, wenn der ande­re Teil zur Zeit der Hand­lung den Vor­satz des Schuld­ners kann­te. Die­se Kennt­nis wird nach dem Geset­zes­wort­laut ver­mu­tet, wenn der ande­re Teil wuss­te, dass die Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Schuld­ners droh­te und dass die Hand­lung die Gläu­bi­ger benach­tei­lig­te.

Gläu­bi­ger­be­nach­tei­li­gung

Die­ser Anfech­tungs­mög­lich­keit hat der Bun­des­ge­richts­hof in einer heu­te ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung zu mehr Biß ver­hol­fen: Weiß der Gläu­bi­ger, dass der Schuld­ner nicht in der Lage ist oder vor­aus­sicht­lich nicht in der Lage sein wird, die bestehen­den Zah­lungs­pflich­ten im Zeit­punkt der Fäl­lig­keit im wesent­li­chen zu erfül­len, so weiß er in der Regel auch, dass des­sen Rechts­hand­lung die Gläu­bi­ger benach­tei­ligt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Novem­ber 2008 – IX ZR 188/​07