Abga­be der eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung und die Bestimmt­heit des Voll­stre­ckungs­ti­tels

Ein Voll­stre­ckungs­ti­tel ist bestimmt genug und zur Zwangs­voll­stre­ckung geeig­net, wenn er den Anspruch des Gläu­bi­gers aus­weist und Inhalt und Umfang sei­ner Leis­tungs­pflicht bezeich­net. Das Voll­stre­ckungs­or­gan muss in der Lage sein, allein mit dem Titel ohne Ver­wer­tung der Gerichts­ak­ten oder ande­rer Urkun­den die Voll­stre­ckung durch­zu­füh­ren. Zwar ist der Titel selbst der Aus­le­gung fähig. Es genügt jedoch nicht, wenn auf Urkun­den Bezug genom­men wird, die nicht Bestand­teil des Titels sind, oder wenn sonst die Leis­tung nur aus dem Inhalt ande­rer Schrift­stü­cke ermit­telt wer­den kann 1. Da die eides­statt­li­che Ver­si­che­rung ihrer Natur nach an eine vor­an­ge­gan­ge­ne Aus­kunft anknüpft, soll schon das Pro­zess­ge­richt dem­entspre­chend die For­mel der Ver­si­che­rung genau fest­le­gen 2.

Abga­be der eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung und die Bestimmt­heit des Voll­stre­ckungs­ti­tels

Hier bezieht sich der Urteils­te­nor nicht auf bestimm­te erteil­te Aus­künf­te, etwa in dem vor­pro­zes­sua­len Schrei­ben des spä­te­ren Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten der Beklag­ten vom 11.06.2004 oder in den von ihr selbst ver­fass­ten Schrei­ben an ihre Geschwis­ter, son­dern pau­schal auf die "von ihr erteil­ten Aus­künf­te über den Bestand des Nach­las­ses sowie erhal­te­ner Schen­kun­gen bzw. Zuwen­dun­gen des Erb­las­sers". Auch aus dem Tat­be­stand und den Ent­schei­dungs­grün­den des erst­in­stanz­li­chen Urteils ergibt sich nicht, wel­che Aus­künf­te der Beklag­ten gemeint sind. Indes müs­sen die in Bezug genom­me­nen Aus­künf­te spä­tes­tens im Zeit­punkt der Abga­be der eides­statt­li­chen Ver­si­che­rung im Ein­zel­nen genau bezeich­net sein und soll­ten zweck­mä­ßi­ger­wei­se in einem ein­heit­li­chen Ver­zeich­nis zusam­men­ge­fasst wer­den 3.

  1. BGH, Urteil vom 06.11.1985 – IVb ZR 73/​84, NJW 1986, 1440 unter II 1 m.w.N.[]
  2. BGH, Beschluss vom 29.11.1995 – IV ZB 19/​95, WM 1996, 466 unter B 2 c bb m.w.N.[]
  3. BGH, Beschluss vom 29.11.1995 – IV ZB 19/​95, WM 1996, 466, unter B 2 c bb, m.w.N.[]