Abge­kürz­te Ent­schei­dungs­grün­de – und die Anhö­rungs­rü­ge

2. Der Bun­des­ge­richts­hof ver­stößt nicht dadurch gegen den Anspruch der Pro­zess­par­tei auf recht­li­ches Gehör, dass er hin­sicht­lich der wei­ter gel­tend gemach­ten Zulas­sungs­grün­de von der Begrün­dung sei­ner Ent­schei­dung abge­se­hen hat.

Abge­kürz­te Ent­schei­dungs­grün­de – und die Anhö­rungs­rü­ge

Aus die­sem durch § 544 Abs. 4 Satz 2 Halb­satz 2 ZPO zuge­las­se­nen Vor­ge­hen kann nicht geschlos­sen wer­den, das Vor­brin­gen der Klä­ge­rin zu die­sen Zulas­sungs­grün­den sei nicht zur Kennt­nis genom­men wor­den.

Der Bun­des­ge­richts­hof ist auch nicht gehal­ten, die­se Begrün­dung nun­mehr nach­zu­ho­len. Weder aus § 321a Abs. 4 Satz 5 ZPO noch unmit­tel­bar aus dem Ver­fas­sungs­recht ergibt sich eine Ver­pflich­tung zu einer wei­ter­ge­hen­den Begrün­dung der Ent­schei­dung 1. Ansons­ten hät­te es eine Par­tei in der Hand, mit­tels einer Anhö­rungs­rü­ge nach § 321a ZPO die Bestim­mung des § 544 Abs. 4 Satz 2 Halb­satz 2 ZPO aus­zu­he­beln 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Febru­ar 2017 – V ZR 125/​16

  1. vgl. BVerfG, NJW 2011, 1497 Rn.19 ff.[]
  2. BGH, Beschluss vom 08.10.2015 – VII ZR 238/​14, IBR 2016, 61 Rn. 3[]