Ableh­nung eines Beweis­an­trags – wegen Unge­eig­net­heit

Die Ableh­nung eines Beweis­an­trags wegen Unge­eig­net­heit des Beweis­mit­tels kommt nur dann in Betracht, wenn es völ­lig aus­ge­schlos­sen erscheint, dass das Beweis­mit­tel zu dem Beweis­the­ma sach­dien­li­che Erkennt­nis­se erbrin­gen kann 1.

Ableh­nung eines Beweis­an­trags – wegen Unge­eig­net­heit

Bei der Zurück­wei­sung eines Beweis­mit­tels als unge­eig­net ist größ­te Zurück­hal­tung gebo­ten, es muss jede Mög­lich­keit aus­ge­schlos­sen sein, dass der über­gan­ge­ne Beweis­an­trag Sach­dien­li­ches erge­ben könn­te 2.

Weder die Unwahr­schein­lich­keit der Tat­sa­che noch der Wahr­neh­mung durch den Zeu­gen berech­ti­gen den Tatrich­ter von einer Beweis­auf­nah­me abzu­se­hen 3.

Zwar ist das Gericht bei Beweis­an­trä­gen im Rah­men eines Indi­zi­en­be­wei­ses frei­er gestellt als bei sons­ti­gen Beweis­an­trä­gen und darf und muss abschät­zen, ob die unter Beweis gestell­te Hilfs­tat­sa­che für den Nach­weis der Haupt­sa­che aus­reicht. Bei einem Indi­zi­en­be­weis darf und muss der Rich­ter vor der Beweis­erhe­bung prü­fen, ob der Indi­zi­en­be­weis schlüs­sig ist, ob also die Gesamt­heit aller vor­ge­tra­ge­nen Indi­zi­en – ihre Rich­tig­keit unter­stellt – ihn von der Wahr­heit der Haupt­sa­che über­zeu­gen wür­de 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Okto­ber 2016 – VI ZR 547/​14

  1. vgl. nur BGH, Beschluss vom 22.03.2016 – VI ZR 163/​14, mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 26.11.2003 – IV ZR 438/​02, NJW 2004, 767, 769[]
  3. BGH, Beschluss vom 12.09.2012 – IV ZR 177/​11, NJW-RR 2013, 9, 10[]
  4. BGH, Urteil vom 17.02.1970 – III ZR 139/​67, BGHZ 53, 245, 260 f.[]