Abtre­tung von Miet­an­sprü­chen durch den Zwangs­ver­wal­ter

Die nach § 152 Abs. 1 ZVG bestehen­de Auf­ga­be des Zwangs­ver­wal­ters, für eine ord­nungs­ge­mä­ße Nut­zung und Ver­wal­tung des Grund­stücks zu sor­gen, schließt die Befug­nis ein, über die zur Ver­wal­tungs­mas­se gehö­ren­den Rechts­an­sprü­che zu ver­fü­gen, ins­be­son­de­re auch sie abzu­tre­ten 1.

Abtre­tung von Miet­an­sprü­chen durch den Zwangs­ver­wal­ter

Denn das Ver­wal­tungs­recht des Zwangs­ver­wal­ters reicht wei­ter als etwa nur die Über­wei­sung einer For­de­rung zur Ein­zie­hung im Rah­men einer Ein­zelzwangs­voll­stre­ckung. Der Ver­wal­ter tritt in die Abwick­lung der gesam­ten grund­stücks­be­zo­ge­nen Rechts­be­zie­hun­gen ein­schließ­lich der Befug­nis zur Aus­übung bestehen­der Gestal­tungs­rech­te und der Begrün­dung neu­er Rechts­ver­hält­nis­se ein. Das umfasst auch die Befug­nis zur Ver­fü­gung über bestehen­de Pacht- und Miet­for­de­run­gen. Ob die Ver­fü­gung pflicht­ge­mäß erfolgt, ist kei­ne Fra­ge ihrer Wirk­sam­keit, son­dern einer even­tu­el­len Haf­tung des Ver­wal­ters.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Novem­ber 2013 – XII ZR 142/​12

  1. vgl. Bött­cher ZVG 5. Aufl. § 152 Rn. 37; Haar­mey­er Rpfle­ger 2000, 30, 32; Von­ne­mann Rpfle­ger 2002, 415, 418 f.; offen­ge­las­sen in BGH Urteil vom 29.06.2006 – IX ZR 119/​04NZM 2006, 677[]