Ände­run­gen im Insol­venz­recht zum 1. Juli 2014

Gute Nach­richt für alle, die von einer Pri­vat­in­sol­venz betrof­fen sind: Zum 1. Juli 2014 tritt eine neue Reform des Insol­venz­rech­tes in Kraft, wonach eine Rest­schuld­be­frei­ung bei bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen schon nach drei Jah­ren erteilt wer­den kann. Bis­lang lag die Zeit­span­ne bei sechs Jah­ren.

Ände­run­gen im Insol­venz­recht zum 1. Juli 2014

Über 133.000 Pri­vat­in­sol­ven­zen im Jahr 2013

Die Zahl der Men­schen, die in Deutsch­land in die Pri­vat­in­sol­venz rut­schen, steigt unver­min­dert wei­ter. Schät­zun­gen zufol­ge waren im Jahr 2013 etwa 133.000 Men­schen voll­kom­men plei­te. Über­durch­schnitt­lich häu­fig sind Jugend­li­che betrof­fen, die noch uner­fah­ren im Umgang mit Geld sind und sich schnel­ler durch Kre­dit­kar­ten und Raten­kre­di­te zu hohen Aus­ga­ben hin­rei­ßen las­sen. Aber auch älte­re Erwach­se­ne blei­ben nicht von der Pri­vat­in­sol­venz ver­schont: Der grö­ße­re Teil der Betrof­fe­nen ist zwi­schen 36 und 59 Jah­ren alt. Schuld sind oft der Ver­lust des Arbeits­plat­zes, eine län­ge­re Krank­heit, eine geschei­ter­te Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung oder eine erfolg­lo­se Selbst­stän­dig­keit.

Bild: © Jupiterimages/BananaStock/Thinkstock
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Schnel­ler schul­den­frei leben

Dau­er­te es bis­lang min­des­tens sechs Jah­re, um wie­der schul­den­frei zu leben und neu durch­star­ten zu kön­nen, wird die­se Frist ab dem 1. Juli 2014 auf drei Jah­re ver­kürzt – vor­aus­ge­setzt, bestimm­te Bedin­gun­gen wer­den erfüllt. Die wich­tigs­te die­ser Bedin­gun­gen: Damit die Rest­schuld­be­frei­ung in Kraft tre­ten kann, müs­sen 35 Pro­zent der Schul­den und die Ver­fah­rens­kos­ten bezahlt wor­den sein. Wer es immer­hin geschafft hat, die Ver­fah­rens­kos­ten, die sich zumeist auf etwa 2000 bis 3000 Euro belau­fen, abzu­stot­tern, kann zumin­dest eine Ver­kür­zung auf fünf Jah­re errei­chen. Wie die eige­nen Chan­cen ste­hen, kön­nen Exper­ten wie schuldnerberatung-schulz.de ermit­teln. Die­se hel­fen auch bei den ent­spre­chen­den recht­li­chen Schrit­ten.

Anrei­ze zur Ent­schul­dung

Die Regie­rung hofft mit der Ver­kür­zung der First wei­te­re Anrei­ze für Schuld­ner zu schaf­fen, ihre Schul­den mög­lichst bald zurück­zu­zah­len. Von die­ser Rege­lung pro­fi­tie­ren ins­be­son­de­re die­je­ni­gen, die auf­grund eines Arbeits­platz­ver­lus­tes in die Schul­den rutsch­ten und mitt­ler­wei­le dank einer neu­en Stel­le wie­der gut ver­die­nen. Auch jun­ge Leu­te, die aus ihren Feh­lern gelernt haben, kön­nen so leich­ter und schnel­ler durch­star­ten.

Die Gläu­bi­ger kön­nen von der neu­en Rege­lung pro­fi­tie­ren, denn wenn sich der Anreiz erhöht, die Schul­den zurück­zu­zah­len, stei­gen auch ihre Chan­cen, zumin­dest einen gro­ßen Teil ihres Ver­lus­tes erstat­tet zu bekom­men. Kern der Pri­vat­in­sol­venz ist noch immer die Rege­lung, dass nach Ablauf der sechs­jäh­ri­gen Frist die noch nicht zurück­ge­zahl­ten Rest­schul­den gestri­chen wer­den – und die Gläu­bi­ger ihre Ver­lus­te hin­neh­men müs­sen.