Alle Jah­re wie­der: Geschen­ke umtau­schen – recht­lich gese­hen

Wie jedes Jahr dürf­te auch jetzt nach Weih­nach­ten so man­cher das drin­gen­de Bedürf­nis ver­spü­ren, ein Geschenk umzu­tau­schen. Vie­le Händ­ler zie­hen hier auch aus Kulanz mit. Wenn nicht, blei­ben dem Käu­fer – also dem Schen­ker, nicht dem Bechenk­ten! – nur die gesetz­li­chen Rech­te. Und hier gilt: Ein umfas­sen­des Umtausch- oder Rück­ga­be­recht besteht nicht! Aller­dings gibt es zwei Aus­nah­men:

Alle Jah­re wie­der: Geschen­ke umtau­schen – recht­lich gese­hen

1. Ver­sand­han­del

Die ers­te Aus­nah­me betrifft den Ver­sand­han­del ein­schließ­lich aller Online­käu­fe. Hier besteht kraft Geset­zes ein Wider­rufs­recht. Das Wider­rufs­recht kann ohne Anga­be von Grün­den inner­halb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware aus­ge­übt wer­den. Über die­ses Wider­rufs­recht muss der Ver­käu­fer vor Abschluss des Kauf­ver­tra­ges beleh­ren. Erfolgt die­se Beleh­rung, wie etwa bei eBay-Käu­fen, erst nach Abschluss des Kauf­ver­tra­ges, ver­dop­pelt sich die Wider­rufs­frist auf einen Monat. Erfolgt über­haupt kei­ne Beleh­rung, gilt das Wider­rufs­recht sogar unbe­fris­tet.

Aller­dings soll­ten Sie Ware, bei der Sie den Kauf wider­ru­fen wol­len, nicht nut­zen, da der Ver­käu­fer ande­ren­falls eine Nut­zungs­ent­schä­di­gung ver­lan­gen kann. Das Wider­rufs­recht im Ver­sand­han­del ist der Aus­gleich dafür, dass Sie die Ware nicht wie bei einem Kauf im Laden­ge­schäft anse­hen und aus­pro­bie­ren kön­nen, nicht aber eine kos­ten­lo­se Mög­lich­keit zur vor­über­ge­hen­den Nut­zung neu­wer­ti­ger Ware. Ach­tung auch bei CDs, DVDs und Soft­ware. Die­se ist im Regel­fall ver­sie­gelt. Wenn Sie das Sie­gel auf­bre­chen, erlischt das Rück­ga­be­recht – "Kopie­ren und Zurück­ge­ben" funk­tio­niert also auch hier nicht.

Das Wider­rufs­recht im Ver­sand­han­del gilt jedoch nicht für jede Ware. So sind etwa Lebens­mit­tel und ande­re leicht ver­derb­li­che Waren vom Wider­rufs­recht aus­ge­schlos­sen, eben­so alle indi­vi­du­ell ange­fer­tig­ten Pro­duk­te. Wenn Sie also etwa das Geschenk noch extra haben gra­vie­ren las­sen, ist ein Wider­ruf aus­ge­schlos­sen.
Die­ser Aus­schluss des Wider­rufs­recht gilt für alle indi­vi­du­el­len Anfer­ti­gun­gen, aller­dings nicht für Ware, die Sie, wie etwa PCs, ein­fach nur im Bau­kas­ten­prin­zip zusam­men­ge­stellt haben, eine sol­che Bau­kas­ten-Kon­fi­gu­ra­ti­on ist kei­ne indi­vi­du­el­le Son­der­an­fer­ti­gung und schließt daher auch das Wider­rufs­recht nicht aus.

2. Ange­kün­dig­te Umtausch­rech­te

Grund­sätz­lich gilt: Wenn ein Händ­ler, etwa durch ent­spre­chen­de Schil­der im Ver­kaufs­raum oder durch eine ent­spre­chen­de Ankün­di­gung in Wer­be­pro­spek­ten, ein Rück­ga­be- oder Umtausch­recht ein­räumt, muss er sich hier­an auch fest­hal­ten las­sen, Sie kön­nen den Fehl­kauf also umtau­schen oder zurück­ge­ben. Aller­dings gilt hier, dass der Ver­käu­fer mit sei­ner Ankün­di­gung den Umfang des ein­ge­räum­n­ten Rechts bestimmt. Ob Sie also nur umtau­schen oder aber den Kauf rück­gän­gig machen kön­nen, bestimmt sich nach der vom Ver­käu­fer gemach­ten Ankün­di­gung, eben­so die immer wie­der auf­tau­chen­de Streit­fra­ge, ob Sie bei einer Rück­ga­be den Kauf­preis bar oder aber nur als Gut­schein zurück erhal­ten.

Ein sol­ches Rück­ga­be­recht kann sich im Übri­gen auch aus dem Ver­hal­ten des Ver­käu­fers beim Kauf erge­ben: Wenn bei­spiels­wei­se eine gekauf­te CD oder DVD vom Ver­käu­fer ver­sie­gelt wird, ist damit auch ein Rück­ga­be­recht ver­ein­bart.

Aber auch wenn hier­nach ein Anspruch auf Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses besteht, gilt eine Beson­der­heit bei Kre­dit­kar­ten­zah­lung: Haben Sie den Fehl­kauf per Kre­dit­kar­te bezahlt, darf der Händ­ler Ihnen den Kauf­preis auch nicht bar aus­zah­len, son­dern muss eine Gut­schrift für das Kre­dit­kar­ten­kon­to erstel­len.