Amts­haf­tung für die ärzt­li­che Behand­lung eines Beam­ten?

Die ärzt­li­che Heil­be­hand­lung erfolgt regel­mä­ßig nicht in Aus­übung eines öffent­li­chen Amts; eine Amts­haf­tung kommt in Betracht, wenn der Arzt eine dem Hoheits­trä­ger selbst oblie­gen­de Auf­ga­be erle­digt und ihm inso­weit ein öffent­li­ches Amt anver­traut ist. Ein Arzt übt nicht des­halb ein öffent­li­ches Amt aus, weil sein Pati­ent im Staats­dienst beschäf­tigt ist.

Amts­haf­tung für die ärzt­li­che Behand­lung eines Beam­ten?

Die ärzt­li­che Heil­be­hand­lung erfolgt im Übri­gen regel­mä­ßig nicht in Aus­übung eines öffent­li­chen Amts; eine Amts­haf­tung kommt in Betracht, wenn der Arzt eine dem Hoheits­trä­ger selbst oblie­gen­de Auf­ga­be erle­digt und ihm inso­weit ein öffent­li­ches Amt anver­traut ist 1.

Dass die ange­stell­ten Ärz­te des Kran­ken­hau­ses sei­ner­zeit als Trup­pen­arzt, als Amts­arzt, im Dienst einer Kran­ken­ver­si­che­rung, als Durch­gangs­arzt oder als Not­arzt eines öffent­lich­recht­lich orga­ni­sier­ten Ret­tungs­diens­tes 2 gehan­delt hät­ten, ist weder fest­ge­stellt noch ersicht­lich. Ob die Pati­en­tin auf­grund der Vor­schrif­ten des Lan­des Schles­wig­Hol­stein grund­sätz­lich ver­pflich­tet war, den poli­zei­är­zt­li­chen Dienst in Anspruch zu neh­men, ist uner­heb­lich.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Janu­ar 2014 – VI ZR 78/​13

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 09.12 2008 – VI ZR 277/​07, BGHZ 179, 115 Rn. 14 – Heil­be­hand­lungs­arzt der Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten; vom 26.10.2010 – VI ZR 307/​09, BGHZ 187, 194 Rn. 17 – Zivil­dienst­leis­ten­der; BGH, Urteil vom 09.12 1974 – III ZR 131/​72, BGHZ 63, 265, 270 – Durch­gangs­arzt; Wenzel/​Mennemeyer/​Hugemann, Der Arzt­haf­tungs­pro­zess, Kap. 2 Rn. 396[]
  2. zu die­sen Aus­nah­men vgl. Wenzel/​Mennemeyer/​Hugemann, aaO, Rn. 396 ff., 404 mwN[]