Anfor­de­run­gen an die Beru­fungs­be­grün­dung

Nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO hat, wenn die Beru­fung dar­auf gestützt wird, dass die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung auf einer Rechts­ver­let­zung beruht (§ 513 Abs. 1 Fall 1, § 546 ZPO), die Beru­fungs­be­grün­dung die Bezeich­nung der Umstän­de zu ent­hal­ten, aus denen sich nach Ansicht des Rechts­mit­tel­füh­rers die Rechts­ver­let­zung und deren Erheb­lich­keit für die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung erge­ben.

Anfor­de­run­gen an die Beru­fungs­be­grün­dung

Da die Beru­fungs­be­grün­dung erken­nen las­sen soll, aus wel­chen tat­säch­li­chen und recht­li­chen Grün­den der Beru­fungs­klä­ger das ange­foch­te­ne Urteil für unrich­tig hält, hat die­ser – zuge­schnit­ten auf den Streit­fall und aus sich her­aus ver­ständ­lich – die­je­ni­gen Punk­te recht­li­cher Art dar­zu­le­gen, die er als unzu­tref­fend beur­teilt ansieht, und dazu die Grün­de anzu­ge­ben, aus denen sich die Feh­ler­haf­tig­keit jener Punk­te und deren Erheb­lich­keit für die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung her­lei­ten.

Zur Dar­le­gung der Feh­ler­haf­tig­keit ist somit ledig­lich die Mit­tei­lung der Umstän­de erfor­der­lich, die das Urteil aus Sicht des Beru­fungs­füh­rers infra­ge stel­len. Beson­de­re for­ma­le Anfor­de­run­gen wer­den nicht gestellt; für die Zuläs­sig­keit der Beru­fung ist es ins­be­son­de­re ohne Bedeu­tung, ob die Aus­füh­run­gen in sich schlüs­sig oder recht­lich halt­bar sind 1.

Ent­hält die Beru­fungs­be­grün­dung zu einem Streit­punkt eine § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO genü­gen­de Begrün­dung, ist die Beru­fung ins­ge­samt zuläs­sig, wenn der bezeich­ne­te Umstand geeig­net ist, der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung ins­ge­samt die Grund­la­ge zu ent­zie­hen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Juli 2015 – II ZR 163/​15

  1. BGH, Beschluss vom 28.05.2013 – II ZR 207/​12 5; Beschluss vom 10.03.2015 – VI ZB 28/​14, NJW 2015, 1458 Rn. 8, z.V.i. BGHZ vor­ge­se­hen, bei­de mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 28.05.2013 – II ZR 207/​12 5; Urteil vom 23.06.2015 – II ZR 166/​14, WM 2015, 1679 Rn. 12, bei­de mwN[]