Anhö­rungs­rü­ge – und der Beginn der Rüge­frist

Die zwei­wö­chi­ge Not­frist zur Ein­le­gung der Anhö­rungs­rü­ge nach § 321a Abs. 2 Satz 1 ZPO beginnt im Zeit­punkt der Kennt­nis­er­lan­gung von der Mög­lich­keit der Ver­let­zung recht­li­chen Gehörs zu lau­fen.

Anhö­rungs­rü­ge – und der Beginn der Rüge­frist

Bei schrift­li­chen Ent­schei­dun­gen fällt der Zeit­punkt der Kennt­nis­er­lan­gung regel­mä­ßig mit der Zustel­lung der Ent­schei­dung zusam­men 1.

Dage­gen ist irrele­vant, zu wel­chem Zeit­punkt die Par­tei per­sön­lich oder der zweit­in­stanz­lich für sie täti­ge Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te die Ent­schei­dung über­mit­telt erhielt. Maß­geb­lich für die Berech­nung der Zwei­wo­chen­frist ist der Zeit­punkt, an dem der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te, der sie im Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren ver­trat, von dem Umstand einer etwai­gen Gehörs­ver­let­zung im BGH, Beschluss Kennt­nis erlangt hat 2.

Die Klä­ge­rin hat sich das Wis­sen ihres Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten zurech­nen zu las­sen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Novem­ber 2016 – VII ZR 277/​14

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 11.05.2006 – IX ZR 171/​03, Fam­RZ 2006, 1029 2; vom 11.02.2013 – IX ZB 101/​12 Rn. 1[]
  2. BGH, Beschluss vom 11.05.2006 – IX ZR 171/​03, aaO; BFH, Beschluss vom 04.05.2011 – X S 8/​11 Rn. 7[]
  3. BGH, Beschluss vom 11.05.2006 – IX ZR 171/​03, aaO[]