Anhö­rungs­rü­ge – und der erfor­der­li­che Vor­trag

Eine Anhö­rungs­rü­ge muss kon­kre­te Aus­füh­run­gen dazu ent­hal­ten, aus wel­chen Umstän­den sich eine ent­schei­dungs­er­heb­li­che Ver­let­zung des Anspruchs auf recht­li­ches Gehör durch das Gericht ergibt.

Anhö­rungs­rü­ge – und der erfor­der­li­che Vor­trag

Dabei genügt die schlich­te Behaup­tung einer Gehörs­ver­let­zung nicht.

Die nach § 321a Abs. 2 Satz 5 ZPO erfor­der­li­che Dar­le­gung setzt die Anga­be der Tat­sa­chen vor­aus, aus denen sich die gel­tend gemach­te Ver­let­zung des Art. 103 Abs. 1 GG ergibt, sowie einen sub­stan­ti­ier­ten Vor­trag zum Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen einer Gehörs­ver­let­zung.

Auch die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der gel­tend gemach­ten Gehörs­ver­let­zung hat die Par­tei nach § 321a Abs. 2 Satz 5 ZPO sub­stan­ti­iert dar­zu­le­gen 1.

Sieht sie ihr recht­li­ches Gehör dadurch als ver­letzt an, dass ihr auf­grund einer ver­meint­lich ver­früh­ten gericht­li­chen Ent­schei­dung wei­te­rer, ergän­zen­der Sach­vor­trag abge­schnit­ten wor­den sei, muss sie daher im Rah­men der Anhö­rungs­rü­ge aus­füh­ren, was sie im Ver­fah­ren noch hät­te vor­tra­gen wol­len 2. Nur hier­nach kann beur­teilt wer­den, ob die Ent­schei­dung mög­li­cher­wei­se anders aus­ge­fal­len wäre, mit­hin die Gehörs­ver­let­zung ent­schei­dungs­er­heb­lich ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Novem­ber 2018 – VIII ZR 219/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 23.08.2016 – VIII ZR 46/​15 4 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 22.01.2013 AnwZ (Brfg) 58/​11 2 f.; vom 17.04.2012 – VI ZB 44/​11, NJW 2012, 2201 Rn. 17, 21; vom 21.11.2007 – IV ZR 321/​05, NJW 2008, 378 Rn. 3; BGH, Urteil vom 16.10.2008 – III ZR 253/​07, NJW 2009, 148 Rn. 10[]