Anhö­rungs­rü­ge – und die Ent­schei­dungs­grün­de

Die Gerich­te sind nach Art. 103 Abs. 1 GG ver­pflich­tet, das Vor­brin­gen der Par­tei­en zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen.

Anhö­rungs­rü­ge – und die Ent­schei­dungs­grün­de

Hin­ge­gen ist es nicht erfor­der­lich, alle Ein­zel­punk­te des Par­tei­vor­trags in den Grün­den der Ent­schei­dung auch aus­drück­lich zu beschei­den 1.

So auch hier: Der Bun­des­ge­richts­hof hat in sei­nem Beschluss den Vor­trag bei­der Par­tei­en voll­stän­dig zur Kennt­nis genom­men und sei­ner Ent­schei­dung zugrun­de gelegt. Das gilt auch hin­sicht­lich des letz­ten Schrift­sat­zes, der wäh­rend der Nie­der­le­gung des Bera­tungs­er­geb­nis­ses ein­ge­gan­gen ist, aber kei­ne neu­en Gesichts­punk­te ent­hielt, son­dern nur auf die dem Bun­des­ge­richts­hof bekann­te und im BGH, Beschluss ver­wer­te­te Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ver­wies.

Dass der Antrag­stel­ler die recht­li­chen Schluss­fol­ge­run­gen, zu denen das Gericht gelangt ist, für unzu­tref­fend hält, ver­hilft der Anhö­rungs­rü­ge nicht zum Erfolg. Art. 103 Abs. 1 GG ver­pflich­tet die Gerich­te nicht, der von einer Par­tei ver­tre­te­nen Rechts­an­sicht zu fol­gen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Okto­ber 2018 – IX ZB 10/​18

  1. BVerfGE 96, 205, 216 f[]
  2. BVerfGE 87, 1, 33; BGH, Beschluss vom 21.02.2008 – IX ZR 62/​07, DSt­RE 2009, 328 Rn. 5; vom 19.05.2011 – IX ZB 214/​10, NZI 2011, 540 Rn. 13[]