Anhö­rungs­rü­ge – und die Wie­der­ho­lung des bis­he­ri­gen Par­tei­vor­trags

Soweit die Klä­ge­rin mit der Anhö­rungs­rü­ge ihren Vor­trag aus der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de wie­der­holt, kann die Anhö­rungs­rü­ge damit nicht begrün­det wer­den.

Anhö­rungs­rü­ge – und die Wie­der­ho­lung des bis­he­ri­gen Par­tei­vor­trags

Nach der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gebil­lig­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kön­nen mit der Anhö­rungs­rü­ge nur neue und eigen­stän­di­ge Ver­let­zun­gen des Art. 103 Abs. 1 GG durch das Rechts­mit­tel­ge­richt gerügt wer­den1.

Für die erfor­der­li­che Dar­le­gung reicht es auch nicht aus, dass der Bun­des­ge­richts­hof die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de zurück­ge­wie­sen hat, auch soweit die Klä­ge­rin Zulas­sungs­grün­de gel­tend gemacht hat. Eine Par­tei hat kei­nen Anspruch dar­auf, dass das Gericht sich in dem von ihr für rich­tig erach­te­ten Sin­ne mit ihrem Vor­brin­gen befasst2.

Eine Gehörs­rü­ge gegen die Ent­schei­dung über eine Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de kann zudem nicht mit dem Ziel ein­ge­legt wer­den, eine Ergän­zung der Begrün­dung her­bei­zu­füh­ren3. In der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist im Übri­gen geklärt, dass eine mit ordent­li­chen Rechts­mit­teln nicht mehr anfecht­ba­re letzt­in­stanz­li­che gericht­li­che Ent­schei­dung von Ver­fas­sungs wegen regel­mä­ßig kei­ner Begrün­dung bedarf4. Das gilt auch für Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ge­richts­hofs, mit denen wie hier eine Beschwer­de gegen die Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on nach § 544 Abs. 4 ZPO zurück­ge­wie­sen wor­den ist5. Eine Begrün­dung ist nur dann aus­nahms­wei­se gebo­ten, wenn vom ein­deu­ti­gen Wort­laut einer Norm abge­wi­chen wird und der Grund hier­für nicht ohne wei­te­res erkenn­bar ist, oder wenn ein im Zeit­punkt der Erhe­bung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de bestehen­der Zulas­sungs­grund vor der Ent­schei­dung über die­se weg­fällt und des­we­gen eine Prü­fung der Erfolgs­aus­sich­ten auf der Grund­la­ge ande­rer als der von der Vor­in­stanz als tra­gend ange­se­he­nen Grün­de erfor­der­lich ist6.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Juli 2018 – I ZR 258/​16

  1. BVerfG, NJW 2008, 2635 f.; BGH, Mar­kenR 2014, 343 Rn. 4 []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 07.07.2011 – I ZB 68/​10, GRUR 2012, 314 Rn. 12 Medi­cus­log; Beschluss vom 27.10.2016 – I ZR 249/​15 4 []
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 09.04.2013 – I ZR 100/​11 3; BGH, Mar­kenR 2014, 343 Rn. 4 []
  4. BVerfG, NJW 2011, 1497 Rn. 12 []
  5. BVerfG, NJW 2011, 1497 Rn. 12 []
  6. BVerfG, NJW 2011, 1497 Rn. 13 []