Anschlussberufung – und ihre Zulässigkeit

Die Anschlussberufung setzt, da sie kein selbständiges Rechtsmittel darstellt, nicht voraus, dass der Anschlussberufungskläger durch das angefochtene Urteil beschwert ist1.

Anschlussberufung - und ihre Zulässigkeit

Sie ist jedoch nur zulässig, wenn damit mehr erreicht werden soll als die Zurückweisung der Berufung2.

Diese Voraussetzung ist im vorliegend entschiedenen Streitfall erfüllt: Der Kläger hat mit der Anschlussberufung die Klage in der Weise erweitert, dass er nunmehr im Wege der Stufenklage eine Abrechnung der Provisionsansprüche auf der ersten Stufe und auf der zweiten Stufe die Zahlung der sich aus den Abrechnungen ergebenden Provisionen verlangt. Diese Klageerweiterung kann der Kläger zulässigerweise im Wege der Anschlussberufung verfolgen3.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 20. Dezember 2018 – VII ZR 69/18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 29.03.2011 – VIII ZB 25/10 Rn. 12, NJW 2011, 1455; Urteil vom 07.12 2007 – V ZR 210/06 Rn. 24 m.w.N., NJW 2008, 1953 []
  2. vgl. BGH, Urteil vom 02.10.1987 – V ZR 42/86, NJW-RR 1988, 185 10; Urteil vom 24.02.1958 – III ZR 184/56, NJW 1958, 868; vgl. zur Anschlussrevision auch BGH, Urteil vom 31.05.1995 – VIII ZR 267/94, MDR 1996, 522 18; Beschluss vom 11.03.1981 GSZ 1/80, BGHZ 80, 146 8 []
  3. vgl. BGH, Urteil vom 07.05.2015 – VII ZR 145/12 Rn. 27 f., NJW 2015, 2812 []