Anschluss­de­ckung zur Ver­mö­gens­scha­dens­haft­pflicht­ver­si­che­rung – und Über­wäl­zung der Prä­mie

Eine vom Rechts­an­walt im Ein­zel­fall gezahl­te Prä­mie für eine Anschluss­de­ckung zur Ver­mö­gens­scha­dens­haft­pflicht­ver­si­che­rung löst, soweit die Prä­mie auf Haf­tungs­be­trä­ge bis 30 Mio. € ent­fällt, kei­nen gesetz­li­chen Ver­gü­tungs­an­spruch aus.

Anschluss­de­ckung zur Ver­mö­gens­scha­dens­haft­pflicht­ver­si­che­rung – und Über­wäl­zung der Prä­mie

Zur gesetz­li­chen Ver­gü­tung eines Rechts­an­walts zäh­len neben den Gebüh­ren auch die Aus­la­gen (§ 1 Abs. 1 Satz 1 RVG). Was zu den Aus­la­gen zählt, ist in Teil 7 RVG-VV auf­ge­lis­tet. Nach Vor­be­mer­kung 7 Abs. 1 Satz 1 RVG-VV wer­den mit den Gebüh­ren auch die all­ge­mei­nen Geschäfts­kos­ten ent­gol­ten. Nach Vor­be­mer­kung 7 Abs. 1 Satz 2 RVG-VV kann der Rechts­an­walt Ersatz der ent­stan­de­nen Auf­wen­dun­gen (§ 675 i.V.m. § 670 BGB) ver­lan­gen, soweit nach­fol­gend nichts ande­res bestimmt ist. Nr. 7007 RVG-VV sta­tu­iert einen Aus­lagen­tat­be­stand bezüg­lich einer im Ein­zel­fall gezahl­ten Prä­mie für eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Ver­mö­gens­schä­den, soweit die Prä­mie auf Haf­tungs­be­trä­ge von mehr als 30 Mio. € ent­fällt. Die­se Vor­schrift steht im Zusam­men­hang mit der Ein­füh­rung einer all­ge­mei­nen Wert­gren­ze in § 22 Abs. 2 RVG 1. Eine gezahl­te Prä­mie für eine gene­rel­le Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Ver­mö­gens­schä­den ist, soweit die Prä­mie auf Haf­tungs­be­trä­ge bis 30 Mio. € ent­fällt, den all­ge­mei­nen Geschäfts­kos­ten im Sin­ne der Vor­be­mer­kung 7 Abs. 1 Satz 1 RVG-VV zuzu­rech­nen 2. Für eine im Ein­zel­fall gezahl­te Prä­mie für eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Ver­mö­gens­schä­den kann der Rechts­an­walt, soweit die Prä­mie auf Haf­tungs­be­trä­ge bis 30 Mio. € ent­fällt, nicht nach Vor­be­mer­kung 7 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. § 675 i.V.m. § 670 BGB Ersatz ver­lan­gen, weil nach­fol­gend etwas ande­res bestimmt ist 3. Der Aus­lagen­tat­be­stand in Nr. 7007 RVG-VV ist vom Gesetz­ge­ber nach dem Rege­lungs­zu­sam­men­hang als abschlie­ßen­der Aus­lagen­tat­be­stand für den Bereich der Kos­ten von Ver­mö­gens­scha­dens­haft­pflicht­ver­si­che­run­gen kon­zi­piert wor­den 4. Der Umstand, dass die Min­dest­ver­si­che­rungs­sum­me für die Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung des Rechts­an­walts nach § 51 Abs. 4 Satz 1 BRAO 250.000 € für jeden Ver­si­che­rungs­fall beträgt, ändert dar­an nichts. Eine im Ein­zel­fall gezahl­te Prä­mie für eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung für Ver­mö­gens­schä­den ist, soweit die Prä­mie auf Haf­tungs­be­trä­ge bis 30 Mio. € ent­fällt, danach – vor­be­halt­lich einer Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung – vom Auf­trag­ge­ber nicht zu erstat­ten 5.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Janu­ar 2018 – VII ZB 60/​17

  1. vgl. BT-Drs. 15/​1971, S. 232[]
  2. vgl. AnwKRVG/​N. Schnei­der, 8. Aufl., VV 7007 Rn. 2, 9[]
  3. Vor­be­mer­kung 7 Abs. 1 Satz 2 ers­ter Halb­satz RVG-VV[]
  4. vgl. Gerol­d/­Schmid­t/­Mül­ler-Rabe, RVG, 23. Aufl., Vorb. 7 Rn. 15 sowie AnwKRVG/​N. Schnei­der, aaO, VV Vorb. 7 Rn. 16 und VV 7007 Rn. 6 Bei­spiel 1[]
  5. vgl. Gerol­d/­Schmid­t/­Mül­ler-Rabe, aaO, VV 7007 Rn. 2 m.w.N., ohne Unter­schei­dung zwi­schen gene­rel­len und ein­zel­fall­be­zo­ge­nen Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen[]