Arg­lis­ti­ges Ver­schwei­gen – und die Ursäch­lich­keit für den Kauf­ent­schluss

Die Ursäch­lich­keit der Arg­list für den Kauf­ent­schluss ist im Rah­men von § 444 BGB uner­heb­lich; das gilt auch dann, wenn sich das arg­lis­ti­ge Ver­schwei­gen auf einen Rechts­man­gel bezieht 1.

Arg­lis­ti­ges Ver­schwei­gen – und die Ursäch­lich­keit für den Kauf­ent­schluss

Auf einen ver­trag­li­chen Haf­tungs­aus­schluss kann sich die Vekäu­fe­rin nach § 444 BGB nicht beru­fen, wenn sie dem Käu­fer den Rechts­man­gel arg­lis­tig ver­schwie­gen hat.

Die­se Vor­schrift soll den Käu­fer allein vor einer unred­li­chen Frei­zeich­nung des Ver­käu­fers von der Män­gel­haf­tung schüt­zen. Eine sol­che unred­li­che Frei­zeich­nung ist gege­ben, wenn der Ver­käu­fer arg­lis­tig han­delt. Wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen ent­hält die Vor­schrift nicht. Nament­lich die Ursäch­lich­keit der Arg­list für den Kauf­ent­schluss ist im Rah­men von § 444 BGB uner­heb­lich 2. Das gilt auch dann, wenn sich das arg­lis­ti­ge Ver­schwei­gen auf einen Rechts­man­gel bezieht.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 14. Sep­tem­ber 2018 – V ZR 165/​17

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 15.07.2011 – V ZR 171/​10, BGHZ 190, 272 Rn. 13[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 15.07.2011 – V ZR 171/​10, BGHZ 190, 272 Rn. 13[]