Auf­he­bung der PKH-Raten – und das Beschwer­de­recht des bei­geord­ne­ten Anwalts

Gegen die Ent­schei­dung, mit der im Rah­men bewil­lig­ter VKH/​PKH auf­grund ver­än­der­ter wirt­schaft­li­cher Ver­hält­nis­se gemäß § 120 Abs. 4 ZPO a.F. (ent­spricht § 120a ZPO) der Weg­fall der lau­fen­den Raten­zah­lungs­ver­pflich­tung eines Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten ange­ord­net wird, ist der die­sem bei­geord­ne­te Rechts­an­walt nicht beschwer­de­be­fugt.

Auf­he­bung der PKH-Raten – und das Beschwer­de­recht des bei­geord­ne­ten Anwalts

Die Bewil­li­gung von Pro­zeß- bzw. Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe ist gemäß § 127 Abs. 2 aus­drück­lich nur nach Maß­ga­be des­sen Abs. 3 anfecht­bar. Danach fin­det jedoch allein – und zudem unter wei­te­ren ein­schrän­ken­den Vor­aus­set­zun­gen – eine Beschwer­de der Lan­des­kas­se statt. Nach – soweit ersicht­lich – in Schrift­tum wie Recht­spre­chung ganz ein­hel­li­ger Auf­fas­sung stellt die nach­träg­li­che Auf­he­bung zunächst ange­ord­ne­ter Raten­zah­lun­gen gemäß § 120 Abs. 4 ZPO a.F. (ent­spre­chend nun­mehr § 120a ZPO) auf­grund ihrer eben­falls dem kos­ten­ar­men Betei­li­gen­den zugu­te kom­men­den Funk­ti­on einen (wei­ter­ge­hen­den) Akt der Pro­zeß- bzw. Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe­be­wil­li­gung dar und ist inso­fern durch den dem Begüns­tig­ten bei­geord­ne­ten Rechts­an­walt nicht anfecht­bar 1.

Etwas ande­res folgt schließ­lich auch nicht dar­aus, daß dem bei­geord­ne­ten Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­ten im Fall der Anord­nung der vor­läu­fi­gen Ein­stel­lung der Zah­lun­gen wegen Kos­ten­de­ckung gemäß § 120 Abs. 3 ZPO rich­ti­ger­wei­se eine Beschwer­de­be­fug­nis zuer­kannt wird 2. Denn die Ein­stel­lung der Raten­zah­lun­gen wegen Kos­ten­de­ckung gemäß § 120 Abs. 3 Nr. 1 ZPO ist kei­ne Ent­schei­dung über die Bewil­li­gung der Pro­zeß­kos­ten­hil­fe im Sin­ne von § 127 Abs. 2 S. 1 ZPO. Sie berührt – anders als z. B. Ent­schei­dun­gen gemäß § 120 Abs. 4 ZPO – nicht die Pro­zeß­kos­ten­hil­fe-Grund­ent­schei­dung 3.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 13. August 2014 – 10 WF 401/​13

  1. vgl. etwa Zöl­ler30-Gei­mer, ZPO § 127 Rz. 15 und 24; Müko-ZPO4-Mot­zer, ZPO § 127 Rz. 25; Prüt­tin­g/Gehr­lein4-Vol­ker/Z­em­pel, ZPO § 127 Rz.27; Musiel­ak10-Fischer, ZPO § 127 Rz. 15; Stein/Jo­nas22-Bork, ZPO § 127 Rz. 13 a.E.; OLG Zwei­brü­cken – Beschluss vom 03.02.2000 – 5 WF 14/​00Rpfle­ger 2000, 339; OLG Schles­wig – Beschluss vom 12.09.1996 – 9 W 104/​96Jur­Bü­ro 1998, 92 f. = OLG-Report Bre­men/​Ham­burg/​Schleswig 1996, 331 ff.; OLG Köln – Beschluss vom 24.04.1997 – 14 WF 36/​97 , Fam­RZ 1997, 1283 f.; OLG Saar­brü­cken – Beschluss vom 04.01.2001 – 6 WF 87/​00 – OLG Report Koblenz/​Saarbrücken/​Zweibrücken 2001, 190 f.; OLG Stutt­gart – Beschluss vom 14.10.2011 – 8 WF 110/​11 , Fam­RZ 2012, 650 f.[]
  2. vgl. OLG Cel­le – Beschluss vom 14.12 2012 – 12 WF 244/​12 , Fam­RZ 2013, 1056 ff. = MDR 2013, 306 f. = Nds­Rpfl 2013, 85 f. = Rpfle­ger 2013, 277 f. = Jur­Bü­ro 2013, 208 f. = NJW-RR 2013, 1082 f. = AGS 2013, 593 ff. = juris m.w.N.[]
  3. OLG Cel­le, aaO Rz. 11[]