Auf­rech­nung mit Kos­ten­er­stat­tungs­an­sprü­chen

Rech­net der Klä­ger nach Zurück­nah­me der Kla­ge gegen den Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch des Beklag­ten mit einer For­de­rung auf, die Gegen­stand der zurück­ge­nom­me­nen Kla­ge war, so steht der Zuläs­sig­keit einer hier­auf gestütz­ten Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge die Ein­re­de der man­geln­den Kos­ten­er­stat­tung nicht ent­ge­gen, wenn die For­de­rung des Klä­gers unstrei­tig ist 1.

Auf­rech­nung mit Kos­ten­er­stat­tungs­an­sprü­chen

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann der Beklag­te des Vor­pro­zes­ses einer erneu­ten Kla­ge die Ein­re­de der man­geln­den Kos­ten­er­stat­tung nach § 269 Abs. 6 ZPO zwar grund­sätz­lich auch dann ent­ge­gen­hal­ten, wenn der Klä­ger des Vor­pro­zes­ses mit dem im Vor­pro­zess ein­ge­klag­ten Anspruch gegen den Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch des Beklag­ten auf­rech­net und hier­auf gestützt gegen den Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge erhebt 2. Denn nach dem Schutz­zweck der Vor­schrift darf die sach­li­che Berech­ti­gung die­ses Anspruchs vor Erstat­tung der Vor­pro­zess­kos­ten nicht gegen den Wil­len des Beklag­ten in einem neu­en Pro­zess geprüft wer­den 3.

Einer Prü­fung der sach­li­chen Berech­ti­gung des im Vor­pro­zess ein­ge­klag­ten Anspruchs bedarf es indes­sen nicht, wenn und soweit die­ser Anspruch – anders als in den vom Bun­des­ge­richts­hof bis­lang ent­schie­de­nen Fäl­len – unstrei­tig ist.

So ver­hält es sich in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Die Ansprü­che der Klä­ger aus dem Miet­ver­hält­nis, die Gegen­stand der zurück­ge­nom­me­nen Kla­ge waren und mit denen die Klä­ger gegen den Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss auf­ge­rech­net haben, sind jeden­falls in der die fest­ge­setz­ten Kos­ten über­stei­gen­den Höhe von 920 € unstrei­tig. Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen gebie­tet es der Schutz der Beklag­ten vor einer "Beläs­ti­gung" durch eine erneu­te Inan­spruch­nah­me in der­sel­ben Sache nicht, das als unstrei­tig fest­ste­hen­de Erlö­schen des Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruchs (§ 389 BGB) unbe­rück­sich­tigt zu las­sen und die Zuläs­sig­keit der hier­auf gestütz­ten Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge davon abhän­gig zu machen, dass die Klä­ger auf den erlo­sche­nen Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch der Beklag­ten ein zwei­tes Mal zah­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. April 2011 – VIII ZR 106/​10

  1. Abgren­zung zu BGH, Urtei­le vom 09.07.1986 – VIII ZR 283/​85, NJW-RR 1987, 61; vom 24.03.1992 – XI ZR 223/​91, NJW 1992, 2034[]
  2. BGH, Urteil vom 09.07.1986 – VIII ZR 283/​85, NJW-RR 1987, 61; BGH, Urteil vom 24.03.1992 – XI ZR 223/​91, NJW 1992, 2034[]
  3. BGH, Urteil vom 24.03.1992 – XI ZR 223/​91, aaO[]