Auf­ruf der Sache

Gemäß § 220 Abs. 1 ZPO beginnt jeder ein­zel­ne Ter­min mit dem Auf­ruf zur Sache. Der Auf­ruf ist nach § 136 Abs. 1 ZPO Auf­ga­be des Vor­sit­zen­den. Not­wen­dig ist die münd­li­che Bekannt­ga­be, dass in einer bestimm­ten Rechts­sa­che in die Ver­hand­lung, Beweis­auf­nah­me etc. ein­ge­tre­ten wer­den soll.

Auf­ruf der Sache

Der Auf­ruf selbst muss das Ver­fah­ren hin­rei­chend indi­vi­dua­li­sie­ren, was in der Regel durch Nen­nung der Par­tei­na­men und des Akten­zei­chens geschieht. Dies ist indes nicht zwin­gend. Die Art und Wei­se des Auf­ru­fes ist nicht vor­ge­ge­ben; Richt­schnur ist, dass die Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten "effek­tiv" in die Lage ver­setzt wer­den, den Ter­min wahr­zu­neh­men. Die Anfor­de­run­gen an die Art und Wei­se des Auf­ru­fens einer Sache hän­gen von jewei­li­gen Umstän­den ab 1.

Vor­lie­gend war sowohl für die am Ter­mins­tag m Arbeits­ge­richt Han­no­ver anwe­sen­den kla­gen­den Par­tei­en als für die beklag­ten Par­tei­en und für die jewei­li­gen Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten hin­rei­chend deut­lich erkenn­bar, dass mit dem Öff­nen des Ver­hand­lungs­saa­les durch den Vor­sit­zen­den der 7. Kam­mer des Arbeits­ge­richts Han­no­ver und dem Beginn der strei­ti­gen Ver­hand­lung nun­mehr in allen (ver­gleich­ba­re Streit­ge­gen­stän­de betref­fen­den) Ver­fah­ren in die strei­ti­ge Ver­hand­lung ein­ge­tre­ten wer­den soll. Einer aus­drück­li­chen Benen­nung des Namens der kla­gen­den Par­tei bzw. des Akten­zei­chens beim Auf­ruf zur Sache bedurf­te es nicht. Es ist nicht ersicht­lich, dass in einem die­ser Ver­fah­ren nicht münd­lich zur Sache ver­han­delt und auch die Klag­an­trä­ge nicht gestellt wor­den sind.

Die Akten­zei­chen sind nicht zwin­gend nach § 160 ZPO zu pro­to­kol­lie­ren.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Urteil vom 20. Mai 2015 – 2 Sa 944/​14

  1. BVerfG, 5.10.1976 – II BvR 558/​75 – BVerfGE 42, 364[]