Aus­kunfts­er­tei­lung durch Hilfs­per­so­nen

Zwar ist die Aus­kunfts­er­tei­lung als Wis­sens­er­klä­rung höchst­per­sön­li­cher Natur und somit vom Ver­pflich­te­ten selbst in Per­son zu erfül­len [1]. Der zur Aus­kunft Ver­pflich­te­te darf sich jedoch zur Ver­mitt­lung der Infor­ma­ti­on Hilfs­per­so­nen bedie­nen.

Aus­kunfts­er­tei­lung durch Hilfs­per­so­nen

Erfor­der­lich ist dann aller­dings, dass die Aus­kunft trotz der Ver­mitt­lung durch eine Hilfs­per­son wei­ter­hin eine Erklä­rung des Schuld­ners bleibt [2].

So ver­hält es sich im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Streit­fall: Nach den Umstän­den, unter denen vor­lie­gend Aus­kunft erteilt wur­de, ist es zwei­fels­frei, dass die Beklag­te hier­für die Ver­ant­wor­tung über­nom­men hat und die von ihren Hilfs­per­so­nen ver­mit­tel­ten Infor­ma­tio­nen als die von ihr per­sön­lich gege­be­ne Aus­kunft ver­stan­den wis­sen will.

Die Beklag­te hat die Lis­ten im Rechts­streit durch ihren Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten und damit in ihrem Namen vor­le­gen las­sen. Sie hat sich von die­sen Lis­ten im wei­te­ren Ver­fah­ren nicht distan­ziert, son­dern viel­mehr dar­auf aus­drück­lich Bezug genom­men und die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die ver­lang­te Aus­kunft sei damit gege­ben wor­den. Es ist daher nicht nach­voll­zieh­bar, wie unter die­sen Umstän­den ange­nom­men wer­den könn­te, dass die Aus­kunft nicht von der Beklag­ten selbst erteilt wor­den sei.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 4. Juni 2014 – VIII ZR 4/​13

  1. BGH, Beschluss vom 28.11.2007 – XII ZB 225/​05, NJW 2008, 917 Rn. 13[]
  2. BGH, Beschluss vom 28.11.2007 – XII ZB 225/​05, aaO Rn. 15[]