Bau­be­treu­ung und Grund­stücks­ver­kauf

Ein Ver­trag, durch den sich jemand ver­pflich­tet, das Eigen­tum an einem Grund­stück zu über­tra­gen oder zu erwer­ben, bedarf gemäß § 311b BGB der nota­ri­el­len Beur­kun­dung. Beur­kun­det wer­den muss dabei stets der voll­stän­di­ge Ver­trag ein­schließ­lich aller Neben­ab­spra­chen. Dies gilt auch für wei­te­re Ver­trä­ge, sofern die­se mit dem Grund­stücks­über­tra­gungs­ver­trag eine recht­li­che Ein­heit bil­den.

Bau­be­treu­ung und Grund­stücks­ver­kauf

Eine sol­che recht­li­che Ein­heit eines Bau­be­treu­ungs­ver­tra­ges mit einem Grund­stücks­ge­schäft kann nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs auch bestehen, wenn sich aus den Umstän­den ergibt, dass der Auf­trag­ge­ber gera­de an der Bebau­ung eines bestimm­ten Grund­stücks zu den Bedin­gun­gen des Bau­be­treu­ungs­ver­tra­ges inter­es­siert ist.

Die Ver­ein­ba­rung eines Rück­tritts­rechts in einem Ver­trag steht der recht­li­chen Ein­heit mit einem ande­ren Ver­trag nicht ent­ge­gen 12.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 12. Febru­ar 2009 – VII ZR 230/​07

  1. Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 24. Sep­tem­ber 1987 – VII ZR 306/​86, BGHZ 101, 393[]
  2. Abgren­zung zu BGH, Urteil vom 6. Dezem­ber 1979 – VII ZR 313/​78, BGHZ 76, 43 und Urteil vom 6. Novem­ber 1980 – VII ZR 12/​80, BGHZ 78, 346[]