Befan­gen­heits­an­trag – und die nicht unauf­schieb­ba­ren Amts­hand­lun­gen

Einen wegen der Besorg­nis der Befan­gen­heit abge­lehn­ten Rich­ter trifft erst mit der Stel­lung (Anbrin­gung) des Ableh­nungs­an­trags die Amts­pflicht, Amts­hand­lun­gen, die nicht unauf­schieb­bar sind, zu unter­las­sen.

Befan­gen­heits­an­trag – und die nicht unauf­schieb­ba­ren Amts­hand­lun­gen

Vor Stel­lung des Ableh­nungs­an­trags vor­ge­nom­me­ne Amts­hand­lun­gen eines spä­ter mit Erfolg abge­lehn­ten Rich­ters blei­ben wirk­sam 1.

Nach voll­stän­di­gem Abschluss einer Instanz ist ein Ableh­nungs­ge­such grund­sätz­lich nicht mehr zuläs­sig, weil damit die betei­lig­ten Rich­ter ihre rich­ter­li­che Tätig­keit im kon­kre­ten Ver­fah­ren been­det haben; die getrof­fe­ne Ent­schei­dung kann von dem Gericht, dem die im Anschluss dar­an abge­lehn­ten Rich­ter ange­hö­ren, nicht mehr geän­dert wer­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. August 2016 – I ZB 10/​15

  1. BGH, Urteil vom 08.02.2001 – II ZR 45/​00, NJW 2001, 1502, 1503 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 11.07.2007 – IV ZB 38/​06, NJW-RR 2007, 1653 Rn. 5; Beschluss vom 29.05.2013 – IX ZB 7/​13 3[]