Behand­lungs­feh­ler von Ärz­ten

Behand­lungs­feh­ler von Ärz­ten – Was kann man als Betrof­fe­ner tun, sobald ein Behand­lungs­feh­ler ver­mu­tet wird?

Behand­lungs­feh­ler von Ärz­ten

Eine Sta­tis­tik belegt eine hohe Zahl an Behand­lungs­feh­lern, die deutsch­land­weit zunimmt. Die exak­te Höhe läßt sich jedoch auf­grund von feh­len­den Anga­ben aus dem zen­tra­len Mel­de­re­gis­ter, lei­der kaum bezif­fern. Des­to wich­ti­ger ist die Hil­fe für Pati­en­ten, die der Mei­nung sind einer fal­schen Behand­lung zum Opfer gefal­len zu sein. Even­tu­ell liegt sogar der Ver­dacht eines Ärz­te­pfuschs nahe. In die­sem Fall ist es hilf­reich zu wis­sen, wohin man sich wen­den kann.

Hohe Dun­kel­zif­fer bei Behand­lungs­feh­lern ver­mu­tet

Laut "Focus" stell­te die Bun­des­ärz­te­kam­mer allein etwa 2.300 Behand­lungs­feh­ler bei unge­fähr 7.500 Kla­gen von Sei­ten der Pati­en­ten fest. Die Dun­kel­zif­fer ist nach der Auf­fas­sung von Exper­ten noch viel höher. Die Ursa­che ist bekannt: Behand­lungs­feh­ler wer­den nir­gend­wo zen­tral fest­ge­hal­ten.

Ansprech­part­ner bei ver­mu­te­tem Ärz­te­pfusch

Neh­men Sie Ihre Rech­te in Anspruch und for­dern Kopi­en Ihrer Behand­lungs­ak­ten an. Wenn Ihnen die Kopi­en der Behand­lungs­ak­ten vor­lie­gen, kön­nen Sie sich zu einer Bera­tungs­stel­le bege­ben.

Ver­mu­ten Sie einen Behand­lungs­feh­ler, soll­te eine unab­hän­gi­ge Instanz Ihr ers­ter Ansprech­part­ner sein.
Mög­li­che Bei­spie­le wäre eine Pati­en­ten­be­ra­tung der Ver­brau­cher­zen­tra­le der Unab­hän­gi­gen Pati­en­ten­be­ra­tung Deutsch­lands (UPD) oder alter­na­tiv der Deut­sche Pati­en­ten­schutz­bund (DPSB). In der Regel ist die Bera­tung kos­ten­frei; falls Sie einen Exper­ten in die­sem juris­ti­schen Bereich benö­ti­gen, wer­den aller­dings Gebüh­ren fäl­lig.
Sie bekom­men auf alle Fäl­le eine Aus­sa­ge dar­über, wie Sie auf Ihren Fall bezo­gen ange­mes­sen vor­ge­hen kön­nen.

Wei­te­rer Ansprech­part­ner ist der MDK, hier bekom­men Sie im Ver­dachts­fall ein kos­ten­frei­es Gut­ach­ten. Jedoch ist das Gut­ach­ten anschlie­ßend kei­nes­wegs ver­bind­lich. Kli­ni­ken und Ärz­te sind durch­aus imstan­de es anzu­fech­ten.

Das­sel­be gilt bei Gut­ach­ten, die bei Schlich­tungs­stel­len der Ärz­te­kam­mern durch­ge­führt wer­den.

Erhal­ten Sie ein posi­ti­ves Gut­ach­ten, lässt sich in der Regel ein außer­ge­richt­li­cher Ver­gleich durch­füh­ren. Es ist sinn­voll, einen spe­zia­li­sier­ten Anwalt hin­zu­zu­zie­hen, der auf Medi­zin­recht spe­zia­li­siert ist, damit eine ent­spre­chen­de Ent­schä­di­gung erwirkt wer­den kann. Wenn Pati­en­ten, ver­ant­wort­li­che Ärz­te oder Kran­ken­häu­ser an die­ser Stel­le nicht zusam­men­kom­men, ist über­haupt nichts dage­gen ein­zu­wen­den, sich für einen Pro­zess vor Gericht zu ent­schei­den.

Schlecht sieht es aus, sobald das Gut­ach­ten kei­ne Behand­lungs­feh­ler nach­wei­sen kann. Dann sind Ihre Mög­lich­kei­ten lei­der äußerst mar­gi­nal, mit Erfolg aus einem Pro­zess her­vor­zu­ge­hen. Das bedeu­tet nicht, dass Sie gleich auf­ge­ben müs­sen.

Falls Sie immer noch über­zeugt davon sind im Recht zu sein, soll­ten Sie den­noch irgend­was in der Hand haben, damit der Behand­lungs­feh­ler mit­hil­fe eines medi­zi­ni­schen Nach­wei­ses belegt wer­den kann.
Ein wei­te­res Gut­ach­ten ist in einem sol­chen Fall anzu­ra­ten. Andern­falls besteht die Gefahr, auf hohen Pro­zess­kos­ten sit­zen zu blei­ben und von den enor­men Pro­zess­kos­ten förm­lich auf­ge­fres­sen zu wer­den.