Bei Ver­gleich PKH?

Hat ein Ver­fah­rens­be­tei­lig­ter, dem Prozeßkostenhilfe/​Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe bereits man­gels hin­rei­chen­der Erfolgs­aus­sicht ver­sagt wor­den war, in einem Ver­gleich frei­wil­lig die Gerichts- und sei­ne eige­nen außer­ge­richt­li­chen Kos­ten über­nom­men, kommt auf sei­ne sofor­ti­ge Beschwer­de hin eine Annah­me hin­rei­chen­der Erfolgs­aus­sicht und eine nach­träg­li­che Bewil­li­gung durch das Beschwer­de­ge­richt nach den Grund­sät­zen über die Bin­dung an zwi­schen­zeit­lich rechts­kräf­ti­ge Ent­schei­dun­gen in der Sache 1 oder über die Kos­ten­tra­gung 2 grund­sätz­lich nicht mehr in Betracht.

Bei Ver­gleich PKH?

Nach dem vom BGH 1 ent­wi­ckel­ten Grund­satz ist das Rechts­mit­tel­ge­richt im Rah­men der für die Bewil­li­gung von Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe anzu­stel­len­den Beur­tei­lung der Erfolgs­an­sicht der Rechts­ver­tei­di­gung an eine zwi­schen­zeit­lich rechts­kräf­tig gewor­de­ne Ent­schei­dung zur Haupt­sa­che gebun­den. Nach der Recht­spre­chung des Ober­lan­des­ge­richts Cel­le 3 gilt die­ser Grund­satz auch in den­je­ni­gen Fäl­le ent­spre­chend, in denen nach Erle­di­gung der Haupt­sa­che eine rechts­kräf­ti­ge iso­lier­te Kos­ten­ent­schei­dung zum Nach­teil des Beschwer­de­füh­rers getrof­fen wor­den ist.

Nichts ande­res kann aber gel­ten, wenn – wie vor­lie­gend – eine ent­spre­chen­de ver­bind­li­che Kos­ten­ent­schei­dung zum Nach­teil des Beschwer­de­füh­rers durch die Betei­lig­ten selbst im Rah­men eines Ver­glei­ches getrof­fen wor­den ist. Selbst wenn die ent­spre­chen­de Kos­ten­re­ge­lung dabei ledig­lich der bereits offen­ge­leg­ten gericht­li­chen Ein­schät­zung fol­gen wür­de (was im Streit­fall nicht ein­mal fest­stell­bar ist), führt die abschlie­ßen­de Ver­ein­ba­rung durch die Betei­lig­ten aber jeden­falls zu einer der rechts­kräf­ti­gen iso­lier­ten gericht­li­chen Ent­schei­dung allein über die Kos­ten ver­gleich­ba­ren Situa­ti­on.

Einer Bewil­li­gung von VKH im Rah­men der Beschwer­de steht im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren zudem bereits durch­grei­fend ent­ge­gen, dass sich die Antrags­geg­ne­rin sowohl hin­sicht­lich der Gerichts- als auch hin­sicht­lich ihrer eige­nen außer­ge­richt­li­chen Kos­ten im Rah­men des von ihr abge­schlos­se­nen Ver­glei­ches frei­wil­lig zur Über­nah­me ver­pflich­tet hat.

In einem der­ar­ti­gen Fall der aus­drück­li­chen frei­wil­li­gen Kos­ten­über­nah­me wäre es im Übri­gen auch wider­sprüch­li­ches Ver­hal­ten, einer­seits die Kos­ten im Rah­men des Ver­glei­ches frei­wil­lig zu über­neh­men, ande­rer­seits aber eine nach­träg­li­che Erstat­tung die­ser über­nom­me­nen Kos­ten durch die All­ge­mein­heit zu betrei­ben.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le für Fami­li­en­sa­chen, Beschluss vom 16. Mai 2014 – 10 WF 136/​14

  1. BGH, Beschluss vom 07.03.2012 – XII ZB 391/​10, Fam­RZ 2012 964 ff., NJW 2012, 1964 ff., MDR 2012, 1247 ff.[][]
  2. OLG, Beschluß vom 15.03.2013 – 10 WF 86/​13, Fam­RZ 2013, 1754 f. = Jur­Bü­ro 2013, 312 f., BeckRS 2013, 05127[]
  3. OLG Cel­le, Beschluss vom 15.03.2013 – 10 WF 86/​13, Fam­RZ 2013, 1754 f., Jur­Bü­ro 2013, 312 f., BeckRS 2013, 05127[]