Uneingeschränkte übereinstimmende Erledigungserklärungen beenden zwingend die Rechtshängigkeit des Rechtsstreits in der Hauptsache1. Bereits ergangene, noch nicht rechtskräftige Entscheidungen werden in entsprechender Anwendung von § 269 Abs. 3 Satz 1 ZPO wirkungslos, ohne dass es einer ausdrücklichen Aufhebung bedarf2.
Dies kann jedoch auf Antrag in entsprechender Anwendung von § 269 Abs. 4 ZPO ausgesprochen werden3.
Für einen solchen Ausspruch besteht ein Rechtsschutzbedürfnis, weil die Zwangsvollstreckung aus den vorinstanzlichen Entscheidungen ebenso wie im Fall der Klagerücknahme in entsprechender Anwendung von § 775 Nr. 1 ZPO nur dann eingestellt werden kann, wenn durch Vorlage eines Beschlusses nach § 269 Abs. 4 ZPO (analog) die Wirkungslosigkeit der bereits ergangenen Urteile nachgewiesen wird4.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 7. Mai 2015 – I ZR 176/12
- BGH, Beschluss vom 23.10.2003 – I ZB 45/02, GRUR 2004, 264, 266 = WRP 2004, 235 Euro-Einführungsrabatt[↩]
- BayVerfGH, NJW 1990, 1783, 1784[↩]
- BGH, Beschluss vom 03.05.2007 – I ZR 137/05, JurBüro 2008, 267, 268; vgl. auch BGH, Beschluss vom 17.07.2006 – II ZR 163/03, AG 2006, 666; MünchKomm-.ZPO/Lindacher, 4. Aufl., § 91a Rn. 40; Zöller/Vollkommer, ZPO, 30. Aufl., § 91a Rn. 12; Lackmann in Musielak/Voit, ZPO, 12. Aufl., § 91a Rn. 18; Jaspersen/Wache in Vorwerk/Wolf, Beck’scher Online-Kommentar ZPO, Stand: 1.03.2015, § 91a Rn. 27[↩]
- vgl. Zöller/Stöber aaO § 775 Rn. 4a[↩]











