Bei­ord­nung eines neu­en Not­an­walts

Die Bei­ord­nung eines Rechts­an­walts setzt nach § 78b Abs. 1 ZPO vor­aus, dass die Par­tei trotz zumut­ba­rer Anstren­gun­gen einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt nicht fin­det und die beab­sich­tig­te Rechts­ver­fol­gung nicht mut­wil­lig oder aus­sichts­los erscheint.

Bei­ord­nung eines neu­en Not­an­walts

Hat wie hier ein bei dem Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­se­ner Rechts­an­walt das Man­dat zunächst über­nom­men, dann aber nie­der­ge­legt, muss die Par­tei nach­wei­sen, dass die Nie­der­le­gung nicht auf Grün­den beruht, die in ihren Ver­ant­wor­tungs­be­reich fal­len 1.

Dar­an fehlt es, wenn die Klä­ge­rin zu den Grün­den, war­um bis­he­ri­ge Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te das Man­dat nie­der­ge­legt hat, kei­ne Anga­ben gemacht hat.

Hin­zu kam im hier ent­schie­de­nen Fall, dass die Rechts­ver­fol­gung der Klä­ge­rin aus­sichts­los erscheint. Aus­sichts­lo­sig­keit ist gege­ben, wenn ein güns­ti­ges Ergeb­nis der beab­sich­tig­ten Rechts­ver­fol­gung auch bei anwalt­li­cher Bera­tung ganz offen­bar nicht erreicht wer­den kann 2. So liegt der Fall hier. Die Rechts­ver­fol­gung der Klä­ge­rin erscheint aus­sichts­los, da die Rechts­sa­che weder grund­sätz­li­che Bedeu­tung hat noch die Fort­bil­dung des Rechts oder die Siche­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung eine Ent­schei­dung des Revi­si­ons­ge­richts erfor­dert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Zulas­sungs­grün­de in die­sem Sin­ne sind nicht hin­rei­chend dar­ge­tan und auch sonst nicht ersicht­lich. Von einer nähe­ren Begrün­dung wird inso­weit ent­spre­chend § 544 Abs. 4 Satz 2 Halb­satz 2 ZPO abge­se­hen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Novem­ber 2019 – VII ZR 139/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 26.08.2019 – II ZR 46/​19 Rn. 1 m.w.N.; Beschluss vom 24.06.2014 – VI ZR 226/​13 Rn. 2, MDR 2014, 978; Beschluss vom 23.07.2013 – II ZR 72/​13 Rn. 1[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 21.08.2019 – VII ZR 18/​19 Rn. 4; Beschluss vom 23.01.2019 – VII ZR 158/​18 Rn. 6 m.w.N., BauR 2019, 861[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 23.01.2019 – VII ZR 158/​18 Rn. 7 m.w.N., BauR 2019, 861[]