Bei­ord­nung eines Not­an­walt – nach Man­dats­nie­der­le­gung

Nach § 78b Abs. 1 ZPO hat das Gericht, soweit eine Ver­tre­tung durch Anwäl­te gebo­ten ist, einer Par­tei auf ihren Antrag einen Not­an­walt bei­zu­ord­nen, wenn sie einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt nicht fin­det und die Rechts­ver­fol­gung nicht mut­wil­lig oder aus­sichts­los erscheint.

Bei­ord­nung eines Not­an­walt – nach Man­dats­nie­der­le­gung

Hat die Par­tei wie hier zunächst einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt gefun­den und ent­spre­chend man­da­tiert, so kommt im Fal­le einer spä­te­ren Man­dats­nie­der­le­gung die Bei­ord­nung eines Not­an­walts nur dann in Betracht, wenn die Par­tei die Been­di­gung des Man­dats nicht zu ver­tre­ten hat. Dabei hat die Par­tei dar­zu­le­gen, dass die Been­di­gung des Man­dats nicht auf ihr Ver­schul­den zurück­zu­füh­ren ist 1.

Im Übri­gen ist Aus­sichts­lo­sig­keit immer dann gege­ben, wenn ein güns­ti­ges Ergeb­nis der beab­sich­tig­ten Rechts­ver­fol­gung auch bei anwalt­li­cher Bera­tung ganz offen­bar nicht erreicht wer­den kann 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Sep­tem­ber 2019 – III ZR 85/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 18.12 2013 – III ZR 122/​13, WM 2014, 425 Rn. 9; BGH, Beschlüs­se vom 24.06.2014 – VI ZR 226/​13, NJW 2014, 3247 Rn. 2; vom 05.07.2017 XII ZR 11/​17, MDR 2017, 1070 Rn. 7; vom 09.01.2018 – XI ZR 547/​17; und vom 08.02.2018 – IX ZR 155/​17[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 20.12 2012 – XI ZR 5/​12; und vom 08.02.2018 – IX ZR 155/​17[]
  3. Anschluss an BFHE 244, 536[]