Bei­ord­nung eines Not­an­walt – nach Man­dats­nie­der­le­gung

Nach § 78b Abs. 1 ZPO kann einer Par­tei ein Rechts­an­walt bei­geord­net wer­den, wenn sie kei­nen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt fin­det und die Rechts­ver­fol­gung nicht mut­wil­lig oder aus­sichts­los erscheint.

Bei­ord­nung eines Not­an­walt – nach Man­dats­nie­der­le­gung

Die zuerst genann­te Vor­aus­set­zung des § 78b Abs. 1 ZPO ist nur erfüllt, wenn die Par­tei zumut­ba­re Anstren­gun­gen unter­nom­men und ihre ver­geb­li­chen Bemü­hun­gen dem Gericht sub­stan­ti­iert dar­ge­legt und gege­be­nen­falls nach­ge­wie­sen hat 1.

Hat die Par­tei – wie hier – zunächst einen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt man­da­tiert, kommt im Fall der spä­te­ren Man­dats­nie­der­le­gung die Bestel­lung eines Not­an­walts nur dann in Betracht, wenn die Par­tei die Been­di­gung des Man­dats nicht zu ver­tre­ten hat. Das hat die Par­tei eben­falls dar­zu­le­gen 2.

Die­sen Anfor­de­run­gen wur­den die Anga­ben der Klä­ge­rin im vor­lie­gen­den Fall nicht gerecht. Sie hat ledig­lich vor­ge­tra­gen, ihr bis­he­ri­ger Bevoll­mäch­tig­ter habe sein Man­dat nie­der­ge­legt, nach­dem sie nicht bereit gewe­sen sei, die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de zurück­zu­neh­men. Im Übri­gen hat sie ohne Anga­be nähe­rer Ein­zel­hei­ten nur gel­tend gemacht, sie habe sich an drei­zehn BGH-Kanz­lei­en gewandt, von denen sie über­wie­gend Absa­gen erhal­ten habe.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Juni 2016 – IV ZR 491/​15

  1. BGH, Beschluss vom 16.02.2004 – IV ZR 290/​03, NJW-RR 2004, 864 unter 2a; BGH, Beschluss vom 24.06.2014 – VI ZR 226/​13, VersR 2014, 1150 Rn. 2 jeweils m.w.N.[]
  2. BGH, Beschluss vom 20.04.2015 – IV ZB 3/​15 6 m.w.N.[]