Beru­fung – und die Rück­ab­tre­tung der Kla­ge­for­de­rung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist ein Rechts­mit­tel aller­dings nur dann zuläs­sig, wenn mit ihm die Besei­ti­gung einer in der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung lie­gen­den Beschwer erstrebt wird. Das Rechts­mit­tel darf nicht allein mit dem Ziel einer Antrags­än­de­rung oder Antrags­er­wei­te­rung ein­ge­legt wer­den 1.

Beru­fung – und die Rück­ab­tre­tung der Kla­ge­for­de­rung

Ein Urteil erwächst auch inso­weit in Rechts­kraft, als es ent­ge­gen § 308 Abs. 1 ZPO über einen Anspruch ent­schei­det, den die kla­gen­de Par­tei nicht gel­tend gemacht hat­te 2. Die Par­tei­en müs­sen sich gegen ein sol­ches Urteil durch Ein­le­gung des zuläs­si­gen Rechts­mit­tels weh­ren, soweit es sie beschwert. Die Klä­ge­rin hat sich mit ihrer Beru­fung gegen die Aberken­nung eige­ner Ansprü­che aus dem Gene­ral­über­neh­mer­ver­trag gewandt. Dass sie sich inso­weit auch auf eine Rück­ab­tre­tung der For­de­run­gen bezo­gen hat, die erst nach Erlass des erst­in­stanz­li­chen Urteils ver­ein­bart wor­den ist, ist für die Fra­ge der Zuläs­sig­keit der Beru­fung nicht von Bedeu­tung.

Ent­schei­dend ist viel­mehr, dass die Klä­ge­rin sich gegen die Aberken­nung von For­de­run­gen aus eige­nem Recht gewandt und damit die Besei­ti­gung der im erst­in­stanz­li­chen Urteil lie­gen­den Beschwer erbe­ten hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Mai 2019 – IX ZR 44/​18

  1. BGH, Beschluss vom 18.12 2014 – IX ZB 77/​13, ZIn­sO 2015, 421 Rn. 6 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 27.02.1961 – III ZR 16/​60, BGHZ 34, 337, 339 f; vom 28.05.1998 – I ZR 275/​95, NJW 1999, 287, 288[]