Beru­fung­frist, Pro­zess­kos­ten­hil­fe und man­geln­de Bedürf­tig­keit

Einer Pro­zess­par­tei, die vor Ablauf einer Rechts­mit­tel­frist oder Rechts­mit­tel­be­grün­dungs­frist ledig­lich Pro­zess­kos­ten­hil­fe bean­tragt hat, ist Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand wegen schuld­lo­ser Frist­ver­säu­mung nur dann zu bewil­li­gen, wenn sie ver­nünf­ti­ger­wei­se nicht mit einer Ver­wei­ge­rung der Pro­zess­kos­ten­hil­fe man­gels Bedürf­tig­keit rech­nen muss­te 1.

Beru­fung­frist, Pro­zess­kos­ten­hil­fe und man­geln­de Bedürf­tig­keit

Mit der Ver­wei­ge­rung der Pro­zess­kos­ten­hil­fe ist bereits dann zu rech­nen, wenn das Rechts­mit­tel­ge­richt auf Zwei­fel hin­sicht­lich der Bedürf­tig­keit der Pro­zess­par­tei hin­ge­wie­sen hat und die­se ver­nünf­ti­ger­wei­se davon aus­ge­hen muss, dass sie die Zwei­fel nicht aus­räu­men kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Janu­ar 2010 – XII ZB 108/​09

  1. BGH, Beschlüs­se vom 11.06.2008 – XII ZB 184/​05, NJW-RR 2008, 1313; vom 31.08.2005 – XII ZB 116/​05, Fam­RZ 2005, 1901; und vom 19.05.2004 – XII ZA 11/​03, Fam­RZ 2004, 1648[]