Beru­fungs­an­trä­ge – und ihre Wie­der­ga­be im Beru­fungs­ur­teil

Ohne Wie­der­ga­be der Beru­fungs­an­trä­ge lei­det das Beru­fungs­ur­teil regel­mä­ßig an einem von Amts wegen zu berück­sich­ti­gen­den Ver­fah­rens­man­gel, der zur Auf­he­bung und Zurück­ver­wei­sung füh­ren muss [1].

Beru­fungs­an­trä­ge – und ihre Wie­der­ga­be im Beru­fungs­ur­teil

Die aus­drück­li­che Wie­der­ga­be der Anträ­ge ist jedoch ent­behr­lich, wenn das Beru­fungs­ge­richt bei einem kla­ge­ab­wei­sen­den Urteil ers­ter Instanz erwähnt, dass der Beru­fungs­klä­ger die erst­in­stanz­li­chen Sach­an­trä­ge wei­ter­ver­folgt [2], oder wenn sich dem Gesamt­zu­sam­men­hang der Grün­de das Begeh­ren des Beru­fungs­füh­rers noch mit hin­rei­chen­der Deut­lich­keit ent­neh­men lässt [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 1. Juli 2015 – VIII ZR 278/​13

  1. BGH, Urtei­le vom 26.02.2003 – VIII ZR 262/​02, BGHZ 154, 99, 100 f.; vom 25.05.2011 – IV ZR 59/​09, NJW 2011, 2054 Rn. 9 f.; vom 10.11.2011 – III ZR 77/​11, WM 2012, 947 Rn. 9; vom 17.12 2013 – II ZR 21/​12, WM 2014, 217 Rn. 18; jeweils mwN[]
  2. BGH, Urtei­le vom 26.02.2003 – VIII ZR 262/​02, aaO; vom 10.11.2011 – III ZR 77/​11, aaO[]
  3. BGH, Urteil vom 17.12 2013 – II ZR 21/​12, aaO mwN[]