Beru­fungs­be­grün­dung auch ohne eige­ne Unter­schrift?

Eine Beru­fungs­be­grün­dungs­schrift muss – wie jeder "bestim­men­de" Schrift­satz im Zivil­pro­zess – die Unter­schrift eines bei dem Beru­fungs­ge­richt pos­tu­la­ti­ons­fä­hi­gen Rechts­an­walts tra­gen, § 520 Abs. 5 ZPO i.V.m. § 130 Nr. 6 ZPO.

Beru­fungs­be­grün­dung auch ohne eige­ne Unter­schrift?

Die­sem Unter­schrifts­er­for­der­nis der § 520 Abs. 5, § 130 Nr. 6 ZPO ist nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs aber auch genügt, wenn zwar der Beru­fungs­be­grün­dungs­schrift­satz nicht unter­schrie­ben ist, die­ser aber einem – von einem dazu bevoll­mäch­tig­ten und bei dem Pro­zess­ge­richt zuge­las­se­nen Rechts­an­walt unter­zeich­ne­ten – Schrift­satz bei­gefügt ist, in dem aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen wird, dass die Beru­fungs­be­grün­dung mit bei­lie­gen­dem Schrift­satz gesen­det wer­de, und bei­de Schrift­sät­ze zusam­men dem Gericht mit einem ein­heit­li­chen Tele­fax über­mit­telt wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. März 2009 – VIII ZB 55/​06