Beru­fungs­be­grün­dung in Arzt­haf­tungs­pro­zes­sen

Nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO muss die Beru­fungs­be­grün­dung die Umstän­de bezeich­nen, aus denen sich nach Ansicht des Beru­fungs­klä­gers die Rechts­ver­let­zung und deren Erheb­lich­keit für die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung erge­ben; nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 ZPO muss sie kon­kre­te Anhalts­punk­te bezeich­nen, die Zwei­fel an der Rich­tig­keit oder Voll­stän­dig­keit der Tat­sa­chen­fest­stel­lung im ange­foch­te­nen Urteil begrün­den und des­halb eine erneu­te Fest­stel­lung gebie­ten.

Beru­fungs­be­grün­dung in Arzt­haf­tungs­pro­zes­sen

Zwar sind im Ansatz im Arzt­haf­tungs­pro­zess an die Beru­fungs­be­grün­dung nur maß­vol­le und ver­stän­dig gerin­ge Anfor­de­run­gen zu stel­len, wie gene­rell an die Sub­stan­ti­ie­rungs­pflicht des kla­gen­den Pati­en­ten. Dies betrifft aber nur Vor­trag zu fach­spe­zi­fi­schen Fra­gen, der beson­de­re Sach­kun­de erfor­dert, ins­be­son­de­re also Vor­trag zu medi­zi­ni­schen Vor­gän­gen, bezüg­lich derer vom Pati­en­ten regel­mä­ßig kei­ne genaue Kennt­nis erwar­tet wer­den kann [1].

Die Fra­ge nach dem Ver­jäh­rungs­be­ginn ist im Streit­fall gera­de kei­ne sol­che Fra­ge. Zudem ist auch bezüg­lich fach­spe­zi­fi­scher Fra­gen kein Grund ersicht­lich, die Dar­le­gungs­ob­lie­gen­heit in der Beru­fungs­be­grün­dung so weit abzu­schwä­chen, dass hier – anders als sonst – der blo­ße Ver­weis auf die Kla­ge­schrift aus­rei­chend wäre.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Janu­ar 2015 -

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 18.10.2005 – VI ZR 270/​04, BGHZ 164, 330, 335; vom 08.06.2004 – VI ZR 199/​03, BGHZ 159, 245, 252; vom 19.05.1981 – VI ZR 220/​79, VersR 1981, 752[]