Beru­fungs­be­grün­dung – und ihr Min­dest­um­fang

Nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO muss die Beru­fungs­be­grün­dung die Bezeich­nung der Umstän­de ent­hal­ten, aus denen sich die Rechts­ver­let­zung und deren Erheb­lich­keit für die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung ergibt.

Beru­fungs­be­grün­dung – und ihr Min­dest­um­fang

Die Begrün­dung der Beru­fung muss zum einen erken­nen las­sen, in wel­chen Punk­ten tat­säch­li­cher oder recht­li­cher Art das ange­foch­te­ne Urteil nach Ansicht des Beru­fungs­klä­gers unrich­tig ist, und zum ande­ren im Ein­zel­nen ange­ben, aus wel­chen Grün­den er die tat­säch­li­che und recht­li­che Wür­di­gung des vor­in­stanz­li­chen Urteils in den ange­ge­be­nen Punk­ten für unrich­tig hält [1].

Es reicht nicht aus, die tat­säch­li­che oder recht­li­che Wür­di­gung durch den Erstrich­ter mit for­mel­haf­ten Wen­dun­gen zu rügen oder ledig­lich auf das Vor­brin­gen ers­ter Instanz zu ver­wei­sen [2].

Ins­be­son­de­re genügt es nicht, die Auf­fas­sung des Erstrich­ters als falsch oder die Anwen­dung einer bestimm­ten Vor­schrift als irrig zu rügen [3].

Die Bezug­nah­me auf das erst­in­stanz­li­che Vor­brin­gen ist unzu­läs­sig. Die Beru­fungs­be­grün­dung soll aus sich her­aus ver­ständ­lich sein, damit eine Zusam­men­fas­sung und Beschleu­ni­gung des Rechts­streits erreicht wer­den kann [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Janu­ar 2017 – IV ZR 206/​15

  1. BGH, Beschluss vom 26.07.2004 – VIII ZB 29/​04, NJW-RR 2004, 1716 unter – II 1[]
  2. BGH, Urteil vom 24.01.2000 – II ZR 172/​98, NJW 2000, 1576 unter – II m.w.N.[]
  3. BGH, Urteil vom 09.03.1995 – IX ZR 143/​94, NJW 1995, 1560 unter – II 2[]
  4. BGH, Urteil vom 09.03.1995 aaO m.w.N.[]